Bevor die Massentierhaltung billiges Fleisch für jedermann möglich gemacht hat, war jedes Tier ein kostbarer Nahrungsmittellieferant. Deshalb wurde auch so gut wie jedes Teil des Tiers verwertet – sogar die Knochen. Heute erlebt die Brühe aus den Knochen ein Revival. Denn sie ist nicht nur sehr schmackhaft und gesund, sondern auch nachhaltig. Die Brühe ist das Ergebnis der Verwertung auch jener Teile des Tieres, die ansonsten nicht verwendet werden. Knochenbrühe ist außerdem sehr gesund. Warum das so ist, wie du Knochenbrühe selbst herstellst und worauf du dabei achten solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Knochenbrühe: Selbst herstellen oder kaufen?

Knochenbrühe kannst du natürlich auch kaufen. Wenn es schnell gehen muss und du rasch eine schmackhafte Suppe zubereiten willst, dann ist das praktisch. Allerdings riskierst du so auch, dass Zusatzstoffe enthalten sind, die du nicht zu dir nehmen willst. Das kann beispielsweise sein, wenn für die Herstellung Knochen von Tieren verwendet werden, die in stark industrialisierten Gegenden geweidet haben und deshalb möglicherweise mit Schwermetallen belastet sind. Auch Fleisch und Knochen von Tieren in Massentierhaltung, die schlechtes Futter oder viele Medikamente erhalten haben, ist nicht gut als Grundlage für selbstgemachte Knochenbrühe. Deshalb solltest du Knochenbrühe in Pulverform und Brühe aus minderwertigen Knochen und Fleisch meiden oder großen Wert darauflegen, welche Angaben der Hersteller über die Produktion macht.
Allerdings gibt es mittlerweile einige Hersteller, die Knochenbrühe in sehr guter Qualität nach schmackhaften Rezepten liefern und die Bioqualität der Knochen garantieren. Aber Achtung: Manchmal reicht nicht einmal ein Bio-Siegel – denn das kann auch heißen, dass das Tier nur mit Bio-Soja gefüttert wurde, aber nicht mit Weidegras. Und: Gutes hat natürlich seinen Preis. Für kleines Geld bekommst du deshalb keine qualitativ hochwertige Knochenbrühe. Wenn du also Geld sparen und ganz sicher eine hochwertige Knochenbrühe haben möchtest, dann stelle deine Knochenbrühe einfach selbst her. Am besten aus Knochen und Fleisch von Tieren aus Weidehaltung. Du kannst die Suppe problemlos in sterile Gläser abfüllen oder auch einfrieren.

Sieben Schritte zur selbstgemachten Knochenbrühe

Knochenbrühe herzustellen ist denkbar einfach. Wer es ohne viel Schnickschnack mag, der braucht dafür lediglich Knochen, Wasser, etwas Salz und Apfelessig. Der Apfelessig hilft dabei, die Nährstoffe und Mineralien besser aus den Knochen herauszulösen. Mengenmäßig kannst du dich für das einfache Rezept in etwa an folgenden Angaben orientieren:

Zutaten

Für eine kleine Menge puristische Knochenbrühe ohne Beiwerk brauchst du

  • 500 Gramm rohe Knochen vom Bio-Huhn oder Tieren aus Weidehaltung. Bevorzugt auch Markknochen oder Knochen von einem Steak
  • etwa 1,5 Liter gefiltertes Wasser
  • etwas Salz
  • 1 Esslöffel Apfelessig

Wenn du der Suppe von vornherein zusätzlich Geschmack verleihen willst, kannst du hinzufügen:

  • 1 Bund Suppengemüse oder auch nur Karotten
  • 1 bis 2 Knoblauchzehen
  • ein nicht zu großes Stück frischen Ingwer
  • eine Zwiebel

Weitere Utensilien

  • großer Kochtopf
  • Kochlöffel
  • stabiles Küchenmesser
  • Sieb
  • eventuell Einmachgläser, Gefrierbeutel, Eiswürfelbehälter

Zubereitung

  1. Zuerst röstest du die Knochen ohne Fett in einem großen Topf an. Das verleiht der Brühe mehr Geschmack und macht sie kräftiger
  2. Falls du Gemüse mitkochen möchtest: Wasche und schäle es. Dann gibst du es in groben Stücken entweder direkt zu den Knochen und röstest es mit. Manche mögen es lieber, wenn das Gemüse nur die letzten zwei Stunden mitgekocht wird. Viele Fans dieser gesunden Brühe haben mit der Zeit ihr eigenes Rezept entwickelt. Auch du wirst mit der Zeit feststellen, was dir am besten schmeckt.
  3. Gieße dann das Wasser hinzu. Alle Zutaten sollten bedeckt sein.
  4. Gib dann den Apfelessig hinzu und bringe alles zum Kochen.
  5. Lasse das Ganze bei kleiner Flamme (nicht über 80 Grad) zugedeckt köcheln. Bei Bedarf kannst du etwas Wasser nachgießen.
  6. Gib nach der Kochzeit alles durch ein Sieb.
  7. Die Knochenbrühe kannst du jetzt entweder in sterile Gläser abfüllen oder nach dem Erkalten portionsweise einfrieren.

Fünf Tipps für mehr Genuss mit Knochenbrühe

Damit du deine Knochenbrühe regelmäßig nicht nur einfach trinkst, sondern auch genießen kannst, hier ein paar Tipps:

  • Nutze für die Herstellung unbedingt auch Markknochen. Diese machen die Brühe sehr schmackhaft. Es gibt sie sowohl im Supermarkt als auch beim Metzger. Am besten ist es, wenn du gezielt beim Metzger deines Vertrauens nachfragst und dir gute Knochen vom Profi geben lässt.
  • Nutze die Knochenbrühe als Basis für Suppen und Soßen. Auch Gulasch oder Bolognese kannst du mit Knochenbrühe verfeinern. Überprüfe die Rezepte, die du oft und gerne kochst. Kannst du bei diesem oder jenem Rezept vielleicht Knochenbrühe hinzufügen?
  • Für mehr Aroma kannst du beim Auskochen der Knochen auch Lorbeerblätter oder Muskat hinzugeben. Das ist allerdings Geschmackssache.
  • Nutze Stein- oder Meersalz
  • Friere die Knochenbrühe portionsweise ein. Dann kannst du nach Bedarf bei späterer Verwendung die Menge besser dosieren und für jedes Rezept individuell anpassen.

Knochenbrühe ist vielseitig, schmackhaft und gesund

Mit Knochenbrühe tust du dir in vielerlei Hinsicht etwas Gutes. Denn Suppe, Soße oder Eintopf schmecken mit Knochenbrühe direkt ganz anders. Mitunter gibt die Brühe dem Rezept erst den letzten Pfiff. Außerdem liefert jedes dieser Gerichte mit Knochenbrühe deinem Körper wertvolle Aminosäuren. Diese brauchst du, damit dein Körper Kollagen herstellen kann. Dein Darm wird dir den Genuss von Knochenbrühe danken. Auch deine Haare, Gelenke und Muskeln freuen sich über leckere Knochensuppe oder eine einfache Tasse Brühe zwischendurch. Wenn du hochwertige Markknochen vom Rind aus Weidehaltung verwendest, bekommst du gute Qualität zum kleinen Preis. Lasse dich nicht davon abschrecken, dass die Brühe viele Stunden köcheln muss. Das macht sie von allein. Wenn du auf Vorrat kochst, dann steht leckeren Suppen und anderen Rezepten nichts mehr im Wege. Für gesunde Ernährung, Entgiftung und mehr Energie ist der Aufwand vergleichsweise also wahrlich gering.

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