Du möchtest dich gesund ernĂ€hren, weißt aber nicht so genau, wie? An dieser Stelle möchte ich dir einige persönliche Tipps und etwas Hintergrundwissen vermitteln, damit du in der Lage bist, gesunde Nahrungsmittel von ungesunden zu unterscheiden und den Wert von Lebensmitteln besser einzuschĂ€tzen.

 Eine ausgewogene ErnĂ€hrung mit nicht verarbeiteten Lebensmitteln stellt einen der wichtigsten Pfeiler fĂŒr unsere Gesundheit dar. Allein die Tatsache, dass wir tĂ€glich 3 bis 5 Mal am Tag etwas essen verdeutlicht die elementare Bedeutung der ErnĂ€hrung fĂŒr unsere Gesundheit. Dabei sind mehrere Portionen Obst, GemĂŒse und Ballaststoffe pro Tag schon ein guter Anfang. Allerdings ist die Frage, was genau fĂŒr eine grundlegend gesunde Lebensweise wichtig ist, noch wesentlich komplexer.

 Die Bedeutung einer ausgewogenen ErnĂ€hrung fĂŒr die Gesundheit 

 Wir nehmen ĂŒber unsere Nahrung alle Stoffe auf, die notwendig sind, um unseren Körper aufzubauen und optimal zu versorgen. Trotz individueller Unterschiede gibt es Dinge, die allgemeine GĂŒltigkeit haben: Eine Unterversorgung mit Kalorien etwa fĂŒhrt zur Gewichtsreduktion, zu viele Kalorien fĂŒhren zu Übergewicht, ein chronisches Übermaß an Zucker zu Diabetes Typ 2. Diese Regeln sind fĂŒr uns alle gleich, genauso wie die Tatsache, dass wir ohne Wasser kaum lĂ€nger als 3 Tage ĂŒberleben. 

 Eine ausgewogene ErnĂ€hrung ist also eine der wirkungsvollsten Biohacking-Methoden. Die QualitĂ€t und Menge deiner Nahrung entscheiden darĂŒber, ob du gesund oder krank, energiegeladen oder schlapp durch den Tag gehst. Eine ausgewogene ErnĂ€hrung ist deshalb das Fundament fĂŒr eine gesunde Lebensweise.  

 Die Grundlagen einer ausgewogenen ErnÀhrung 

 Du solltest ĂŒber einige grundlegende Dinge Bescheid wissen, um ein GefĂŒhl fĂŒr gesunde ErnĂ€hrung zu bekommen. Dazu zĂ€hlt zum einen das Know-how bezĂŒglich deines Kalorienbedarfs und zum anderen die Kenntnis der elementaren Bestandteile der Nahrungsmittel, die du zu dir nimmst. Nur so kannst du dauerhaft dafĂŒr sorgen, dass du so lange wie möglich gesund bleibst und deinem Körper nicht durch falsche Energielieferanten schadest.  

 Kalorien: So viel wie nötig 

 FĂŒr eine ausgewogene ErnĂ€hrung solltest du tĂ€glich in etwa so viele Kalorien zu dir nehmen, wie du durch den Grundumsatz plus Bewegung verbrauchst. Das muss nicht kleinlich auf einen exakten Kalorienwert kalkuliert sein. Unser natĂŒrliches Regelinstrument in Bezug auf den Energiebedarf ist eigentlich der Hunger. Im Grunde brĂ€uchten wir keine NĂ€hrwerttabellen und KalorienzĂ€hler-Apps zurate ziehen. Aber aufgrund der westlichen industrialisierten Lebensweise ist leider vielen von uns das natĂŒrliche HungergefĂŒhl abhandengekommen. Durch das permanente Nahrungsangebot, dem wir heute ausgesetzt sind, erliegen wir im hektischen Alltag viel zu oft den Versuchungen aus der duftenden Backstube oder dem Bratwurststand um die Ecke.

 Hochkalorische Lebensmittel sind oft nicht gesund 

 Um es dir zu veranschaulichen: Über den Daumen gerechnet, braucht ein Erwachsener zwischen 1.500 und 2.500 Kalorien pro Tag. Das ist stark abhĂ€ngig von der Konstitution und der Lebensweise – also davon, ob sich jemand viel bewegt, eine Grunderkrankung hat oder Ähnliches. Ein Schokocroissant vom BĂ€cker hat etwa 400 Kalorien. Mit etwa 5 Schokocroissants könnte der Kalorienbedarf also gedeckt werden. Wahrscheinlich wirst du keine 5 Schokocroissants pro Tag vertilgen, aber allein das Wissen darum, dass ein Schokocroissant schon fast ein Viertel deines tĂ€glichen Kalorienbedarfs deckt – ohne dabei deinem Körper gesunde und lebensnotwendige NĂ€hrstoffe oder Vitamine und Ballaststoffe zu bieten - ist schon hilfreich, um zu bewerten, was du isst, um deinen Kalorienbedarf zu decken. Gesund, oder nicht? Nun: Ein Schokocroissant enthĂ€lt lediglich Fett, Kohlenhydrate mit viel industriell verarbeitetem Zucker und ein bisschen Eiweiß. Mehr nicht.

 Lassen wir das einmal kurz sacken.

 Du siehst: Viele unserer stets verfĂŒgbaren Lebensmittel haben regelrechtes Suchtpotenzial und mit gesunder ErnĂ€hrung nicht mehr viel zu tun. Im Übermaß genossen fĂŒhren aber gerade die Dinge, die vielen besonders gut schmecken, langfristig zu metabolischen Störungen – etwa einem hohen Blutzuckerspiegel, InsulinsensitivitĂ€t bis hin zu Diabetes. 

 Das HungergefĂŒhl ist kein verlĂ€ssliches Instrument mehr. Oft ist es der Kopf, der nach Essen verlangt – nicht der Magen. Der Blick in den Spiegel zeigt jedoch schnell, ob wir unserem HungergefĂŒhl noch vertrauen können. 

Fette & Cholesterin

 Einer der grĂ¶ĂŸten wissenschaftlichen IrrtĂŒmer des letzten Jahrhunderts betrifft die Fette. Seit Ende der 1950er-Jahre werden gesĂ€ttigte Fette in Verbindung mit Cholesterin dĂ€monisiert und mit Herz-Kreislaufkrankheiten in Verbindung gebracht.

 Der Ursprung dieser These liegt in den Arbeiten von Ancel Keys. Sie gelten mittlerweile als widerlegt (1). Dennoch haben sie in vielen Köpfen zu der Ansicht gefĂŒhrt, dass Fett per se ungesund ist und, so gut es geht, reduziert werden sollte. Das muss allerdings differenzierter betrachtet und eingeordnet werden: Ja, es gibt wirklich gesunde Fette und Fette, die langfristig ungesund sind, wenn du sie im Übermaß zu dir nimmst. Wie ĂŒberall gilt auch hier: Die Menge macht das Gift. Aber ganz ohne die inzwischen geradezu dĂ€monisierten gesĂ€ttigten FettsĂ€uren kann der gesunde Körper auch nicht funktionieren. Fette werden von Körper als Baustoff fĂŒr unsere ZellwĂ€nde, als Energielieferant fĂŒr unsere Mitochondrien und fĂŒr den Transport von Kalzium in die Knochen verwendet. Sie sind daher lebensnotwendig. 

 Welches Fett gilt als gesund?

 Die ungesĂ€ttigten Omega-3-FettsĂ€uren und Omega-6-FettsĂ€uren braucht dein Körper, um die sogenannten „Eicosanoide“ zu produzieren. Diese hormonĂ€hnlichen Botenstoffe sind fĂŒr deinen Körper sehr wichtig. Sie helfen nicht nur dabei, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen, sondern sind auch an den Reaktionen des Körpers auf Allergien oder Fieber und EntzĂŒndungen beteiligt. Ihnen wird auch eine wichtige Rolle bei der Regulation der Blutgerinnung, der Salzausscheidung und Schmerzempfinden attestiert. Sogar im Zusammenhang mit Tumorerkrankungen oder neuronalen Erkrankungen – etwa Alzheimer oder Depression – werden diese Eicosanoide aufgefĂŒhrt, weil ein Mangel diese Erkrankungen begĂŒnstigen könnte. 

 UngesÀttigte Omega-3-FettsÀuren gelten deshalb als besonders gesund. Du findest sie zum Beispiel in

  • Leinsamen
  • NĂŒssen
  • Fettem Seefisch
  • Fischöl  
  • Algen
  • Rosenkohl
  • Avocado
  • Sehr hochwertigen kalt gepressten Olivenölen

 UngesÀttigte Omega-6-FettsÀuren finden sich beispielsweise in 

  • Hochwertigen pflanzlichen Ölen aus Distel, Sonnenblume, Weizenkeimen oder Sesam
  • Schweineleber
  • HĂŒhnerfleisch
  • Fettem Seefisch
  • Eigelb

 Generell ist es wichtig, dass das VerhĂ€ltnis stimmt. Du solltest in etwa fĂŒnfmal so viele Omega-3-FettsĂ€uren zu dir nehmen wie Omega-6-FettsĂ€uren.

 Sind gesÀttigte FettsÀuren wirklich so ungesund?

 Wenn du zu viel davon zu dir nimmst, dann sind gesĂ€ttigte FettsĂ€uren tatsĂ€chlich ungesund. Und genau das ist der Knackpunkt in Bezug auf verpackte Lebensmittel aus dem Supermarkt: In verarbeiteten Lebensmitteln sind oft Unmengen gesĂ€ttigter FettsĂ€uren enthalten, die du auf den ersten Blick gar nicht wahrnehmen kannst. Auch, wenn du gesĂ€ttigte FettsĂ€uren eigentlich brauchst, damit dein Körper Energie hat, er die Biomembranen in Schuss halten und die inneren Organe schĂŒtzen kann: Nimm diese gesĂ€ttigten FettsĂ€uren bewusst zu dir – und zwar in Form von geklĂ€rter Butter oder Kokosöl, wenn du mit frischen Lebensmitteln kochst. Das solltest du auch nicht tĂ€glich machen – aber stets diese Fette den anderen vorziehen, wenn du sie erhitzen möchtest. Die enthaltene ButtersĂ€ure in Lebensmitteln mit gesĂ€ttigten FettsĂ€uren ist wichtig fĂŒr die Regulation genetischer Informationen, Palmitin- und MyristinsĂ€ure haben eine Funktion im Immunstoffwechsel, und PalmitinsĂ€ure ist außerdem am Hormonstoffwechsel beteiligt.

Kochen mit Fett

 Der Vorteil dieser gesĂ€ttigten FettsĂ€uren ist, dass sie zum Kochen geeignet sind, da sie nur langsam oxidieren und daher weit höhere Temperaturen aushalten können. Olivenöl sollte kalt gepresst sein und nur roh, beispielsweise im Salat verwendet werden. Kaltgepresstes, natives Olivenöl ist zwar gesund, zum Braten jedoch völlig ungeeignet. Pflanzenfette wie Rapsöl, Sonnenblumenkernöl, Sojaöl sind toxisch, oxidiert und krebserregend. Du solltest darauf also verzichten. Die pflanzliche Margarine ist ein Kunstprodukt aus dem Lebensmittellabor und enthĂ€lt Transfette. Butter, vor allem aus Weidehaltung und Ghee-Butter gehört hingegen zu den „guten Fetten“. Frittierte Nahrung ist besonders ungesund. Beim Frittieren werden die hochinstabilen, nicht gesĂ€ttigten Pflanzenfette immer wieder erhitzt. Das Resultat ist noch verheerender als die reine Nutzung von pflanzlichen Fetten. 

Proteine & AminosÀuren

 Zur gesunden ErnĂ€hrung gehören auch Proteine. Muskeln, Haut, Haare und Knochen sind auf Proteine angewiesen, auch Stoffwechselprozesse und infolgedessen auch das Immunsystem brauchen Proteine, um gut zu funktionieren. Weil Proteine aus AminosĂ€uren gebildet werden, ist deren Aufnahme durch eine ausgewogene ErnĂ€hrung im Alltag fĂŒr eine grundlegend gesunde Lebensweise unabdingbar. 

 Lebensmittel mit essenziellen AminosÀuren

 Eine gute Quelle fĂŒr essenzielle AminosĂ€uren sind Lebensmittel wie Algen wie Chlorella und Spirulina, Eier, Fleisch, Fisch und Bohnen. Milchprodukte enthalten auch eine Menge an AminosĂ€uren, werden aber von mir nur eingeschrĂ€nkt empfohlen. Da viele von diesen AminosĂ€uren vor allem in tierischen Produkten enthalten sind, sollten Vegetarier besonders darauf achten, dass sie sich proteinreich und ausgewogen ernĂ€hren. 

Kohlenhydrate: Ja – aber bitte die Richtigen

 Kohlenhydrate finden sich vor allem in Obst, GemĂŒse, Knollen, Getreideerzeugnissen, stĂ€rkehaltiger Nahrung und allen Produkten, die industriell verarbeiteten Zucker enthalten.

 Der Körper wandelt Kohlenhydrate in Glukose um. Die Glukose gelangt ĂŒber das Verdauungssystem und den Blutkreislauf in die Mitochondrien der einzelnen Zellen. Dort werden sie in Adenosintriphosphat (ATP) zu Energie verwandelt, die wir fĂŒr unsere Körperfunktion benötigen.

 Entgegen der landlÀufigen Meinung sind Kohlenhydrate, im Gegensatz zu Fett, nicht lebensnotwendig. Die wenige Glukose, die der Körper benötigt, kann er sich auch aus Proteinen herstellen (Gluconeogenese).

 Heutzutage decken wir einen Großteil unserer Kalorieneinnahme ĂŒber Kohlenhydrate ab. Die ErnĂ€hrung hat sich dabei zugunsten der Kohlenhydrate verschoben – ist dadurch aber nicht mehr so ausgewogen, wie sie es sein sollte. Denn nicht etwa Obst oder GemĂŒse stehen im Alltag oft auf dem Speiseplan, sondern ausgerechnet Getreideerzeugnisse und zuckerhaltige Lebensmittel haben sich als Basis unserer ErnĂ€hrung etabliert. Diese Form der Nahrungsaufnahme ist jedoch problematisch, denn sie kann Auslöser fĂŒr chronische Krankheiten sein. Speziell stark verarbeitete Produkte bieten kaum NĂ€hrstoffe und tauchen noch viel zu oft in unserer ErnĂ€hrung auf. Metabolische Störungen wie NĂ€hrstoffmangel, Diabetes und Übergewicht sind einige der Folgen.

 Gute und schlechte Kohlenhydrate

 Heutzutage machen ĂŒberwiegend industriell verarbeitete Kohlenhydrate die Grundlage unserer tĂ€glichen ErnĂ€hrung aus, was alles andere als eine ausgewogene ErnĂ€hrung darstellt. Fast jede Mahlzeit ist begleitet von einem Getreideprodukt, das oft aus Auszugsmehl hergestellt ist und sich in Pasta, Pizza, Brot und in fast allem, was eine Verpackung hat, findet.

Trotz des reichhaltigen Nahrungsmittelangebots und einer Vielfalt von Produkten im Supermarkt ist unsere ErnÀhrung zunehmend unausgewogener und wenig abwechslungsreich. 

Kohlenhydrate sind per se keinesfalls schlecht und dĂŒrfen im Rahmen einer ausgewogenen ErnĂ€hrung ohne Bedenken einen Großteil des Kalorienbedarfs abdecken. Aber eben nicht ausschließlich durch Getreideprodukte.

Der Hauptlieferant fĂŒr Kohlenhydrate sollten vor allem Dingen eine Vielfalt von verschiedenen, lokal und biologisch angebaute GemĂŒsesorten der Saison sein. Diese können dann gerne mit hochwertigen Fetten angereichert werden, damit sie sĂ€ttigen und geschmacksintensiver sind. Wie ich bereits erwĂ€hnt habe, sollten tĂ€glich mehrere Portionen frisches Obst und GemĂŒse auf dem Speiseplan stehen. Damit bist du in jedem Fall besser beraten als mit mehreren Portionen verarbeiteten Getreideprodukten wie etwa Butterbrezel, Croissant, Fertigpizza oder dem schnellen Nudelgericht fĂŒr zwischendurch. Und ganz nebenbei liefert GemĂŒse dir auch wichtige Ballaststoffe, die deine Verdauung ankurbeln.

Mineralien

 Mineralien sind unverzichtbar fĂŒr etliche Körperfunktionen. Sie mĂŒssen fĂŒr eine ausgewogene ErnĂ€hrung von außen zugefĂŒhrt werden, da unser Körper sie nicht selbst herstellen kann.

 Dabei sollte die Zufuhr ausgewogen sein. Weder zu viel noch zu wenig ist gut. Der Mineralstoffmangel ist ein gegenwĂ€rtiges MassenphĂ€nomen. Wenn der Körper bestimmte Baustoffe nicht zur VerfĂŒgung hat, kommt es frĂŒher oder spĂ€ter zu Fehlfunktionen. Der Mensch baut Energie ab und wird krank. Mit einer mineralstoffreichen, ausgewogenen ErnĂ€hrung sollte diese Dysbalance wieder ausgeglichen werden.

 Trotz reichhaltigem Nahrungsangebot hat ein ĂŒberraschend hoher Anteil der westlichen Bevölkerung eine Unterversorgung an bestimmten lebensnotwendigen Mineralien.

 Durch jahrtausendelangen Ackerbau sind mancherorts die Böden derart ausgelaugt, dass Erzeugnisse nicht mehr die NĂ€hrstoffdichte wie einst enthalten. Hinzu kommt der Einsatz von KunstdĂŒngern und Pestiziden, was ebenfalls dazu fĂŒhrt, dass die Nahrung heutzutage nicht mehr so hochwertig ist und weniger Mineralien enthĂ€lt (2,3). Besonders wichtig ist die Versorgung mit den vier wichtigen Mineralstoffen Magnesium, Zink, Selen und Jod. In den USA sollen beispielsweise 80% Prozent der Bevölkerung an Magnesiummangel leiden, hierzulande sind es nicht viel weniger. In diesem Blogartikel und Podcast gehen wir tiefer im Detail zu diesem Thema ein.

 Wer die GewĂ€chshaus-Monokulturen in SĂŒdspanien oder den Niederlanden gesehen hat, kann erahnen, dass dort keine hochwertigen Nahrungsmittel herangezĂŒchtet werden. Mineralstoffe durch KunstdĂŒnger hinzuzufĂŒgen, stört meines Erachtens das natĂŒrliche Gleichgewicht. Im Zweifel traue ich persönlich deshalb eher der Natur und greife daher stets auf Bio-Produkte zurĂŒck.

 

 Nahrungsmittel mit bestimmten Mineralien

 Hier bekommst du einen kleinen Überblick ĂŒber wichtige Mineralien – und in welchen Lebensmitteln sie vorkommen. Wenn du einige Portionen dieser Lebensmittel im Alltag in deinen Speiseplan integrierst, dann ist das lecker und gesund.

Calcium: grĂŒnes GemĂŒse (Spinat, GrĂŒnkohl, Brokkoli)

Chrom: Pilze, Tomaten, Rosenkohl, BlattgemĂŒse

Eisen: grĂŒnes BlattgemĂŒse (Endivien, GrĂŒnkohl, Spinat, Brokkoli, Feldsalat)
Kalium: Birnen, Spinat, Beeren, Bananen, Sellerie, GrĂŒnkohl, Auberginen
Kupfer: Mandeln und NĂŒsse, Schwarzwurzeln, Artischocken
Magnesium: grĂŒnes GemĂŒse, HĂŒlsenfrĂŒchte, Beeren, Bananen und Orangen
Mangan: grĂŒnes BlattgemĂŒse, Beerenobst, Bananen, Schwarzwurzeln, Erbsen, Meerrettich und Apfel.
Zink: NĂŒsse, Haferflocken, Innereien, rotes Fleisch und Milchprodukte – wie etwa KĂ€se

Vitamine

Es ist kein Geheimnis, dass dein Körper Vitamine braucht. Gesund sind Vitamine vor allem deshalb, weil sie ganz entscheidend die biochemischen VorgĂ€nge im Körper beeinflussen und dafĂŒr sorgen, dass Organe, Nerven, Haut und Knochen gut mit allem versorgt werden, was nötig ist. 

Allein schon ĂŒber mehrere tĂ€gliche Portionen RohkostgemĂŒse und Obst kannst du viel dafĂŒr tun, dass dein Organismus genĂŒgend Vitamine bekommt.

Welche Vitamine sind in welchen Nahrungsmitteln?

  • Vitamin A brauchst du fĂŒr die Augen, fĂŒr die Haut, die Haare und die SchleimhĂ€ute genauso wie fĂŒr deine ZĂ€hne. Vor allem in Eigelb, Butter, Fisch und Leber gibt es reichlich Vitamin A. Auch KĂ€se kann ein guter Vitamin-A-Lieferant sein. 
  • Vitamin C ist das wohl bekannteste Vitamin. Es ist wichtig fĂŒr die Eisenaufnahme und die AbwehrkrĂ€fte. Viel Vitamin C liefern Hagebutten, Sanddorn und Brokkoli, aber auch Äpfel, WildkrĂ€uter, KĂŒchenkrĂ€uter und Kohl sind reich an Vitamin C
  • Vitamin D ist wichtig fĂŒr deinen Calciumstoffwechsel und das Immunsystem. Du bekommst es hauptsĂ€chlich ĂŒber das Sonnenlicht. Den Rest kannst du hauptsĂ€chlich ĂŒber fetten Fisch ĂŒber die Nahrung aufnehmen. Aal, Hering und Makrele bieten viel Vitamin D.
  • Vitamin E schĂŒtzt deine Zellen. Beeren, NĂŒsse und Tomaten und auch Weizenkeimöl liefern viel Vitamin E.
  • Vitamin K spielt eine große Rolle fĂŒr gesunde Knochen und die Blutgerinnung. GrĂŒne GemĂŒsesorten und KrĂ€uter sind gute Vitamin K-Lieferanten.
  • Vitamin H (auch Vitamin B7 oder Biotin): Deine Haut, deine Haare und deine NĂ€gel brauchen Vitamin H. Ebenfalls spielt das Vitamin beim Fettstoffwechsel eine Rolle. Leber, Eigelb, HĂŒlsenfrĂŒchte, NĂŒsse, Tomaten und Spinat sind gute Vitamin H-Quellen.
  • Vitamin B12 ist fĂŒr deine Blutbildung sehr wichtig. Du nimmst es am besten ĂŒber tierische Produkte zu dir. Dazu gehören Fleisch aus Weidehaltung, Fisch, Eier und KĂ€se
  • Vitamin B9 (auch FolsĂ€ure) ist elementar fĂŒr alle zellerneuernden Prozesse in deinem Körper. GemĂŒse, HĂŒlsenfrĂŒchte, Eigelb und Leber bieten dir viel FolsĂ€ure.

All diese Vitamin und Mineralien findest du ĂŒbrigens in meinem 360 Vital

Wie sieht eine ausgewogene ErnÀhrung aus?

Du hast nun einiges ĂŒber Kalorien, NĂ€hrstoffe und deren Bedeutung fĂŒr deinen Körper erfahren. Im Alltag kannst du dieses Wissen nun nutzen, um dich gesund zu ernĂ€hren. Im Grunde genommen ist es nicht schwer: Du musst nur im Dschungel der unzĂ€hligen ErnĂ€hrungstipps im Hinterkopf behalten, dass ausgewogene vor allem auf naturbelassenen, saisonale und regionale Bio-Produkten fußt.

Stelle dir eine imaginĂ€re, direkte Linie vor, welche die Sonne mit deinem Nahrungsmittel verbindet. Je mehr diese direkte Verbindung durch KunstdĂŒnger, Pestizide, Herbizide, KĂŒhlhĂ€user und Lebensmittelfabriken unterbrochen ist, desto mehr leidet die QualitĂ€t deiner Nahrung.

Viele Lebensmittel verdienen diese Bezeichnung nicht mehr. Dazu gehört eigentlich fast alles, was man im Supermarkt kaufen kann. In dieser Beziehung habe ich persönlich eine radikale Ansicht und mache keine halben Sachen.

Um ausreichend Kalorien, Kohlenhydrate, Proteine, Vitamine und Mineralien zu bekommen, solltest du als Basis fĂŒr deine Lebensmittel pflanzliche Bio-Produkte wĂ€hlen. Alles andere kommt von selbst – wenn du beispielsweise kochst.

Obst und GemĂŒse

Eine ausgewogene ErnĂ€hrung besteht im Volumen hauptsĂ€chlich aus biologisch angebautem, lokalem und saisonalem GemĂŒse. Gemeinhin wird empfohlen, dass tĂ€glich mindestens 5 Portionen GemĂŒse und Obst auf dem Speiseplan stehen sollten. Davon sollten 3 Portionen GemĂŒse und 2 Portionen Obst sein. Meine persönliche ErgĂ€nzung dazu: Verzehre ein Drittel des GemĂŒses roh, um den Körper mit Enzymen zu versorgen, die beim Kochvorgang verloren gehen wĂŒrden.

Fleisch

Ein hoher Anteil des tĂ€glichen Kalorienbedarfs sollte ĂŒber hochwertige Fette abgedeckt werden. Dazu zĂ€hlen neben Bio-Kokosöl, Avocados und NĂŒssen in Maßen unbedingt auch Produkte mit gesĂ€ttigten FettsĂ€uren, wie beispielsweise aus Fleisch und der Speck von Tieren aus Weidehaltung, Heubutter oder Bio-Eier.

Bedenke stets: Fleisch von Tieren aus konventioneller Haltung ist sĂ€urebildend, da sie ĂŒberwiegend mit Getreide gefĂŒttert werden. Zudem werden die Schlachttiere mit Antibiotika und Hormonen behandelt, fĂŒhren ein unwĂŒrdiges Dasein und können in letzter Konsequenz nur minderwertiges Fleisch abgeben.

Fisch

Fisch gehört auf jeden Fall mit zu den gesunden Lebensmitteln, weil er viele NĂ€hrstoffe enthĂ€lt. Dazu zĂ€hlen Eiweiß, Vitamine und Jod. Speziell fette Seefische wie Hering, Lachs oder auch Makrele bieten deinem Körper vor allem wichtige Omega-3-FettsĂ€uren. Aber Achtung: Die Fischkonserven und eingeschweißten LachsstĂŒcke aus dem KĂŒhlregal entstammen in den seltensten FĂ€llen nachhaltiger Fischerei. Oft haben die fĂŒrs Auge appetitlich prĂ€sentierten Filets – auch die an der Fischtheke - weite Wege zurĂŒckgelegt, sind also nicht wirklich frisch und haben keine gute Klimabilanz. Zudem werden beispielsweise sowohl Lachse wie auch der bei vielen begehrte Pangasius unter abstoßenden Bedingungen fĂŒr den massenweisen Verzehr gezĂŒchtet. In solchen Fischfarmen, die es hauptsĂ€chlich in Asien gibt, haben die Tiere weder Platz zum Schwimmen, noch sind sie von Natur aus gesund. Oft bekommen die Fische Medikamente, weil sie sonst krank wĂŒrden. Diese Medikamente verbleiben im Fleisch. Gesund ist das fĂŒr dich deshalb nicht. Wenn du also am Meer oder an einem GewĂ€sser wohnst, oder im Urlaub die Möglichkeit hast, frisch gefangenen Fisch aus dem Meer oder einem Fluss zu essen, dann ist dieser mit Sicherheit gesĂŒnder als der Fisch aus dem Supermarkt.

Milchprodukte

Bei Milchprodukten solltest du generell zurĂŒckhaltend sein. Eine Laktoseintoleranz Ă€ußert sich nicht unbedingt in Beschwerden, die unmittelbar wahrgenommen und mit dem Milchkonsum in Zusammenhang gebracht werden. Bei vielen löst Milch jedoch langfristige, schleichende EntzĂŒndungsprozesse aus, die wiederum zu zahlreichen Folgeerkrankungen fĂŒhren können (4).

Ich rate daher, eine Zeit lang auf Milchprodukte zu verzichten. Dadurch lĂ€sst sich herausfinden, ob sich das Wohlbefinden, Energielevel und der gesamte Gesundheitszustand deutlich steigert, oder ob der jahrelange Konsum von laktosehaltigen Produkten die Ursache von chronischer MĂŒdigkeit, Verdauungsproblemen, Konzentrationsstörungen oder Ă€hnlichen Beschwerden gewesen sein könnte. Nur auf diese Weise kannst du es herausfinden.
Wenn du keine Probleme mit Milchprodukten hast, dann kann beispielsweise KĂ€se durchaus ab und an auf deinem Speiseplan stehen – schließlich liefert er auch wichtige Vitamine.

 Getreide

Getreideerzeugnisse und WurzelgemĂŒse sollten ebenfalls biologisch angebaut sein. Schaue dich in deiner Umgebung um: Gibt es einen entsprechenden Hofladen, der solche Produkte anbietet? Im Idealfall entstammen sie einer grundlegend biodynamischen Landwirtschaft. Du solltest ihren Anteil an der Gesamtkalorienmenge drastisch reduzieren, wenn du dich bisher wie die breite Masse der Bevölkerung ernĂ€hrt hast.

Vor allem empfehle ich dir, auf Weizen- und Dinkelmehlprodukte zu verzichten, da sie Gluten enthalten. Gluten ist eines der Hauptverursacher fĂŒr chronische EntzĂŒndungen, die ĂŒber den Darm in den Blutkreislauf gelangen und sich dort ĂŒber den gesamten Körper ausbreiten. Chronische MĂŒdigkeit, ErschöpfungszustĂ€nde, Konzentrationsstörungen sind nur einige Folgeerscheinungen, die zutage treten können.
Die bessere Alternative sind traditionelle, nicht hochgezĂŒchtete Getreidearten wie Kamutweizen oder Emmer (Einkorn), die in Maßen genossen weitaus weniger Schaden anrichten.

 Zucker

 Zucker – vor allem der raffinierte – sollte fĂŒr dich tabu sein. Im Idealfall greifst du auf natĂŒrliche Zuckerquellen zurĂŒck, wie zum Beispiel rohem Honig aus der Umgebung oder Obst. Der ausschließlich aus Fruktose bestehende und hochgradig prozessierte Agavendicksaft gehört definitiv nicht zu den gesunden Zuckeralternativen. Mehr zum Thema Zucker erfĂ€hrst du in diesem Podcast

 

Was Du fĂŒr eine ausgewogene ErnĂ€hrung auf jeden Fall vermeiden solltest

 Wie du schon gelesen hast: Zucker gehört nicht zu den gesunden Lebensmitteln. Was du außerdem vermeiden solltest, wenn du dich gesund ernĂ€hren möchtest:

 Pflanzenöle wie Sonnenblumenkern-Öl oder Rapsöl

  • Frittiertes
  • Fleischprodukte aus konventioneller Haltung
  • Produkte mit Verpackung, denn sie sind verarbeitet.
  • Softdrinks und FruchtsĂ€fte

Gesunde ErnÀhrung geht ganz einfach

 Unter dem Strich hast du nun das Handwerkszeug, um dich gesund zu ernĂ€hren. Wenn du auf frische regionale Produkte setzt, nichts isst, was eine Verpackung hat und der Hauptbestandteil deiner Nahrung aus GemĂŒse und Obst besteht, dann bist du auf dem richtigen Weg. Widme deiner ErnĂ€hrung mehr Aufmerksamkeit – du wirst sehen: Gesund sind die Lebensmittel, die naturbelassen sind und deinem Körper keine Stoffe zufĂŒhren, die er von Natur aus gar nicht kennt. Pestizide oder chemische GeschmacksverstĂ€rker sowie Zucker sind nicht nur ĂŒberflĂŒssig, sondern auf Dauer sogar giftig. Bedenke: Etliche Zivilisationskrankheiten sind neu und erst in Zeiten der Industrialisierung zutage getreten. Fettleibigkeit, Diabetes Typ 2 und viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen lassen sich auf einseitige ErnĂ€hrung zurĂŒckfĂŒhren. Verzichte gerne auf ungesunde Snacks. Konzentriere dich auf die gesunden Eigenschaften von Rohkost und bestimmten Fetten. Dann kannst auch du gesunde ErnĂ€hrung im Alltag locker umsetzen und langfristig deinem Körper etwas Gutes tun.

 Quellen:

 

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