Was ist Spagyrik und wie wird es angewendet?

Spagyrische Heilmittel haben als Ziel, dem Menschen ganzheitlich zu helfen und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Die Idee dieser Form der Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte geht auf Paracelsus zurück. Er versuchte bereits im Mittelalter, die wirksamen Bestandteile aus Pflanzen oder anderen Stoffen herauszulösen und diese dann wieder zu einem wirksamen und gereinigten Mittel zusammenzusetzen. Auch vorbeugend wird Spagyrik heute eingesetzt, um den Körper im Gleichgewicht zu halten – sowohl physisch wie auch psychisch. Spagyrik ist gleichzusetzen mit Alchemie. Was genau es mit der Spagyrik auf sich hat, welche Vor- und Nachteile die Anwendung dieser alternativen Heilmittel birgt, wie die Herstellung abläuft und worauf du unbedingt achten solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist Spagyrik?

Der etwas sperrige Begriff setzt sich zusammen aus „spao“ und „ageiro“. Spao steht für trennen oder lösen. Das Wort „ageiro“ bedeutet „vereinen“. In der Naturheilkunde haben diese aus den wirksamen Essenzen zusammengesetzten Stoffe auch heute noch einen festen Platz – nicht als Medizin, sondern als unterstützendes Element neben der Schulmedizin. Paracelsus verwendete dabei als Ausgangsstoffe Pflanzen, Mineralien oder tierische Substanzen. Heute beschränkt sich die Spagyrik auf Pflanzen als Mittel mit heilender Wirkung.

Durch Destillation, Gärung, Fäulnis und Trocknen und Verbrennen zersetzte er die Ausgangsmaterialien. Die wirksamen Essenzen sollten so herausgelöst werden. Die Spagyrik ist seit dem 18. Jahrhundert gleichbedeutend mit dem Begriff „Alchemie“. In der Homöopathie, die mit den verdünnten Essenzen verschiedener Stoffe arbeitet und die aus der Spagyrik hervorgegangen ist, werden sechs Herstellungsvorschriften unterschieden. Unter anderem beruht eine dieser Vorschriften auf den Maßgaben nach Dr. Carl-Friedrich Zimpel, der als Begründer des Zimpelschen Heilsystems der Spagyrik oder auch Alchemie gilt und dieses im 19. Jahrhundert entwickelte. Dabei steht stets die ganzheitliche Betrachtung von bestimmten Leiden im Mittelpunkt – mit dem Ursprung im Menschen als Ganzes. Dr. Zimpel unterscheidet dabei zwischen Körper, Seele und Geist. Das Prinzip der Wirkung von Homöopathie und Spagyrik ist dasselbe. Lediglich in der Herstellung unterscheiden sich die Endprodukte bisweilen voneinander.

Wie wirkt Spagyrik?

Die Idee hinter den alternativmedizinischen Produkten der Spagyrik beziehungsweise der Homöopathie ist, dass Körper, Geist und Seele ihre Selbstheilungskräfte aktivieren. Dafür musst du aber wissen, welchen Essenzen welche Wirkung zugeschrieben wird. Die Liste der Ausgangsstoffe ist lang. Sie reicht von Pfefferminz über Hafer und Tollkirsche bis hin zu Käsepappel oder sogar Tabak. Je nachdem, welches Bedürfnis ein kundiger Heilpraktiker bei dir feststellt, werden ganz individuell die passenden Essenzen für dich zusammengestellt. Das ist wichtig. Denn deine ganz persönliche Konstitution und Krankengeschichte müssen bei der Anwendung von Spagyrik unbedingt berücksichtigt werden – auch, wenn sie als sanft und nebenwirkungsfrei gilt. Wie auch bei der Homöopathie sollen die Inhaltsstoffe in deinem Körper heilende Prozesse triggern, ähnlich einer Impfung.
Um das zu erreichen, muss deine individuelle Ausgangslage sehr genau und ganzheitlich betrachtet werden. Denn je nachdem, womit dein Körper ohnehin schon zu tun hat, kann eine begleitende Gabe von Spagyrik zur schulmedizinischen Behandlung auch kontraproduktiv sein. Dabei müssen chronische Erkrankungen genauso in den Fokus rücken, wie etwa akute schwere Leiden. Deshalb ist es wichtig, dass du einen erfahrenen Naturheilkundler einbeziehst, ehe du Spagyrik anwendest.

Wie wird Spagyrik Arznei hergestellt?

Das Herstellungsverfahren für spagyrische Essenzen nach Dr. Zimpel besteht aus vier Stufen: der Gärung, der Destillation, der Veraschung und schließlich der Vereinigung der festen und flüssigen Essenzen. Es folgt immer demselben Prinzip, das zum Ziel hat, die Quintessenz, also die Seele des Ausgangsstoffes, zu separieren und von den schlechten Stoffen zu trennen. Die Essenz enthält also den konzentrierten guten Bestandteil der Pflanze, dem eine bestimmte Wirkung zugeschrieben wird.

Gärung

Bei der Gärung werden Pflanzenteile zunächst fermentiert. Dafür werden Hefe und Wasser hinzugegeben. Durch die Zersetzung werden ätherische Öle sowie Alkohol frei. Der Alkohol steht für den Geist.

Destillation

Die Destillation erfolgt mit Wasserdampf. Dabei wird der Alkohol abdestilliert. Die verbleibenden Reste, also die festen Bestandteile der Pflanze, der Körper, sowie der Saft, die Seele, werden dann getrocknet und verascht.

Veraschung

Die Veraschung der festen Bestandteile erfolgt in einem speziellen Ofen bei etwa 750 Grad Celsius.

Vereinigung

Bei der Vereinigung werden das Destillat sowie die Asche wieder zusammengeführt. Das entspricht dann der Potenzierung bei homöopathischen Mitteln.

Anwendungsbereiche und Beispiele

Spagyrische Heilmittel werden bei unterschiedlichsten Beschwerden angewendet. Verabreicht werden sie in der Regel als Spray. Die wirksamen Essenzen werden dann über die Mundschleimhaut aufgenommen. Du kannst Spagyrik entweder vorbeugend anwenden oder zur Ursachenbekämpfung bestimmte Leiden sowie zur Linderung chronischer Erkrankungen.

Der ganzheitliche Ansatz bedeutet dabei auch, dass die Ursache für eine Erkrankung, die sich in einem bestimmten Bereich deines Körpers manifestiert, nicht zwangsläufig auch an genau dieser Stelle befindet. Vielmehr werden die Zusammenhänge innerhalb des Körpers betrachtet. Dadurch kann es sein, dass beispielsweise bei Problemen mit der Gebärmutter die Schilddrüse als Auslöser in den Fokus rutscht. Eingesetzt werden die passenden Essenzen unter anderem bei Erkrankungen der Augen, der Nieren oder des Magen-Darm-Traktes. Außerdem kannst du bei Erkältungsbeschwerden, Allergien und rheumatischen Erkrankungen von Spagyrik profitieren. Auch für hormonelle und psychische Störungen sowie Schlafprobleme oder Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems gibt es bestimmte Essenzen, denen eine lindernde Wirkung zugeschrieben wird.

Welche Pflanze für welches Leiden? Einige Beispiele

Um dir die Vielfalt der verschiedenen Essenzen zu verdeutlichen, zeige ich dir im Folgenden einige der bekannteren Pflanzen mit der jeweiligen Wirkung auf. Lavendel beispielsweise wird bei Schlafstörungen und innerer Unruhe eingesetzt. Dem Lavendel wird eine beruhigende Wirkung zugeschrieben, weshalb auch Kinder mit ADHS oder Koliken Lavendel guttun kann. Der Essenz von Melisse kommt bei Herzbeschwerden bei Spagyrik eine große Bedeutung zu. Dem Gänseblümchen wird eine heilsame Wirkung bei der Verarbeitung von Traumata zugeordnet, da es nach Meinung der Naturheilkundigen auf der Gefühlsebene das Empfinden einer kindlichen Geborgenheit triggern kann.

Sonnenhut kommt dagegen bei Erkältungsbeschwerden zum Einsatz. Beifuß gilt als appetitanregend und förderlich für die Menstruation, krampflösend und stimmungsaufhellend. Bei Kopfschmerzen, Krämpfen und Neuralgien werden Naturheilkundige die Essenzen der Tollkirsche empfehlen. Sie kommen auch bei innerer Unruhe infrage. Zur Unterstützung bei einer Suchtentwöhnung, Magen-Darm-Beschwerden und Schlaflosigkeit können Haferessenzen genutzt werden. Arnika ist bekannt als Heilpflanze bei Verletzungen. Die Essenzen gelten als förderlich für die Wundheilung, als entzündungshemmend, blutstillend und zugleich kreislaufanregend. Sogar der Fliegenpilz hat seinen Platz in der Spagyrik. Obwohl er unverarbeitet sehr giftig ist und die Leber schädigt, so gilt er in korrekt verarbeitetem Zustand als förderlich bei Krämpfen und Erschöpfung, außerdem auch bei gestörten Nerven- und Gehirnfunktionen, bei Schwindel und Zittern sowie bei Herpes Zoster.

Vorteile und Nachteile von Spagyrik

Wie bei vielen naturheilkundlichen Methoden gibt es auch zur Spagyrik bisher keine belastbaren wissenschaftlichen Studien in Bezug auf die Wirkungsweise. Alternativmediziner berichten jedoch, dass die Patienten bei korrekter Anwendung diese Begleittherapie als wohltuend und die Gesundheit fördernd empfänden.
In der Spagyrik werden ausschließlich pflanzliche Stoffe verarbeitet. Deshalb muss dein Körper sich nicht mit unnatürlichen Substanzen herumschlagen. Wenn du dich individuell beraten lässt und an die Vorgaben hältst, wirst du deshalb auch bei längerer Anwendung keine unerwünschten Wirkungen feststellen.

Die spagyrischen Essenzen sind frei verkäuflich, manche sind allerdings apothekenpflichtig. Das hat einen guten Grund. Denn nicht jede Essenz ist bei unsachgemäßer Anwendung komplett frei von Nebenwirkungen. Deshalb ist die Beratung in der Apotheke bei diesen speziellen Mitteln wichtig. Manche Anbieter haben bestimmte Mischungen im Sortiment, die viele Bereiche des Körpers gleichzeitig in positiver Weise anregen sollen. Dabei solltest du aber bedenken, dass es nicht eine Universalmischung gibt, die pauschal bei jedem die gewünschte Wirkung entfalten kann. Denn wie du bereits weißt: Der Ansatz der Spagyrik ist ganzheitlich und der die Anwendung deshalb sehr individuell zu betrachten.

Du solltest allerdings stets bedenken: Schwerwiegende Erkrankungen, egal ob physischer oder psychischer Natur, lassen sich mit der alleinigen Anwendung von Spagyrik nicht heilen.

Sanft, ganzheitlich und vorbeugend

Dein Körper ist ein komplexes System. Die Zusammenhänge zwischen einzelnen Vorgängen sind vielfältig. Gerät etwas an einer Stelle aus dem Gleichgewicht, kann das deshalb auch spürbare Folgen an anderer Stelle nach sich ziehen. Der ganzheitliche Ansatz der Spagyrik ist darum eine kluge Idee, die dabei auch noch auf sanfte und vorbeugende Weise deine Gesundheit fördern kann. Den einzelnen Essenzen von den verschiedenen Heilpflanzen werden unterschiedliche Wirkungen zugeschrieben. Bedenke unbedingt, dass du vor der Anwendung deine individuelle Situation genau betrachten und einen Experten zurate ziehen solltest. Lasse dich beraten, inwieweit du bei eventuell bestehenden Allergien oder chronischen Erkrankungen auf einzelne Pflanzen besser verzichten solltest – oder welche dir genau bei diesen Leiden helfen können. Wenn nicht nur Symptome gelindert werden, sondern dein gesamtes Immunsystem gestärkt werden kann, dann ist diese sanfte Alternative zur Schulmedizin eine gute Option. Allerdings solltest du stets bedenken: Schwere körperliche Leiden oder Grunderkrankungen müssen stets schulmedizinisch abgeklärt und gegebenenfalls auch entsprechen therapiert werden. In solchen Fällen solltest du unbedingt von einer ausschließlichen Selbstmedikation mit Spagyrik Abstand nehmen und immer den Rat von Fachärzten einholen. Mittlerweile sind auch viele Schulmediziner offen für eine begleitende alternativmedizinische Behandlung, wenn sie nicht schadet und dem Patienten guttut.

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