Warum Stress abbauen so wichtig ist

 

Welche Folgen chronischer Stress für Dich hat und wie Du Stress leicht abbauen kannst. Lerne jetzt warum Stress abbauen so wichtig ist.

Stress ist eine Reaktion auf Reize aus deiner Umgebung oder sogar auf deine eigenen Gedanken oder Gefühle und ist erst mal etwas ganz Normales. Eine Anpassungsreaktion deines Körpers auf geistiger, emotionaler und körperlicher Ebene. Je gesünder und ausgeglichener wir sind, desto besser reagieren wir auf Stress. Ein Problem entsteht erst dann, wenn der Stress chronisch wird und nicht von langen Entspannungspausen unterbrochen wird.

Ein Problem entsteht erst dann, wenn der Stress chronisch wird.

Der Artikel im Überblick:

 

Siehe auch: Biohacking – Die Grundlagen

 

Was ist Stress?

 

Sympathikus und Parasympathatikus

Sympathikus und Parasympathatikus

Das Thema ist ambivalent und kann unterschieden werden in kurzfristigen und langfristigen (chronischen) Stress. Unser autonomes Nervensystem besteht aus 2 Strängen. Dem Sympathikus und dem Parasympathikus. Der Sympathikus tritt besonders in Kraft, wenn wir auf Stress reagieren, zum Beispiel, wenn wir einer Gefahr ausweichen müssen. Eine Vielzahl von Hormonen werden hoch bzw. runterreguliert. Dazu später mehr. Kurz gesagt, alle Körperfunktionen, die etwas mit Aufbau oder Reparatur zu tun haben werden abgeschaltet oder auf ein Minimum reduziert. Alle verfügbare Energie wird kurzfristig dem Angriff, der Verteidigung oder der Flucht zu Verfügung gestellt. In einer lebensbedrohlichen Situation kann man beispielsweise wesentlich schneller laufen als normalerweise. Ebenso können wir bei großen sportlichen Events oder Bühnenauftritten zu Höchstleistungen auflaufen. Manche nennen dies „guten Stress“. Und in der Tat ist nichts negatives an diesem Stress, sondern er kann lebensnotwendig oder lebensrettend sein bzw. uns in wichtigen Situationen helfen Großes zu leisten. Sobald die bedrohliche Situation vorbei ist, sollte der zweite Strang des autonomen Nervensystems dominant werden. Der Parasympathikus. Er wird assoziiert mit Aufbau, Regeneration, Verdauung und Entspannung.  Die Gallenblase und die Bauchspeicheldrüse stoßen mehr Flüssigkeiten aus – die Peristaltik erhöht sich. Der Dickdarm wird ebenso angeregt wie der restliche Verdauungsapparat. Auch der Speichelfluss und die Durchblutung der Geschlechtsorgane erhöht sich. Spätestens jetzt sollte klar sein, dass man sich zumindest einen Teil des Tages in einem Zustand parasympathischer Dominanz befindenden sollte 😉   Welche Arten von Stress gibt es? Wir unterscheiden zwischen:

  • Ereignis basiertem Stress
  • Umweltbedingtem / physischem Stress
  • Emotionalem Stress

Alle drei Kategorien tauchen sowohl in einer kurzfristigen als auch in einer chronischen Variante auf. Hier einige Beispiele:   Ereignis basierter Stress: Kurzfristig: Der Körper reagiert blitzschnell auf eine gefährliche Situation, wie einem Sturz oder einem nahenden Unfall. Langfristig: Anhaltende Armut mit Überlebensangst, Gefangenschaft oder permanente Schmerzen führen zu einer dauerhaften Stressreaktion, weil der äußere Faktor langfristig in erhalten bleibt.   Umweltbedingter Stress / Physischer Stress: Kurzfristig: Der Körper ist einem starken Reiz ausgesetzt. Beispiele dafür wären großer Lärm, Gestank, Unruhe, Giftstoffe, Hitze, Kälte ect. Langfristig: Dauerhafter Stress durch unerkannte Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Giftstoffe in der täglichen Umgebung und Nahrung, permanenter Überarbeitung, dauerhaft zu wenig Schlaf ect.   Emotionaler Stress: Kurzfristig: Ein Streit mit dem Partner oder Arbeitskollegen. Die Nachricht über einen Verlust oder eine Kündigung. Langfristig: Eine permanente Ehekrise ohne Entwicklung und Kommunikation, eine Depression, vermindertes Selbstwertgefühl und abwertende Gedanken auf täglicher Basis.

Welche Folgen hat chronischer Stress für mich?

In einer Stresssituation schüttet der Körper Adrenalin aus, was die Herzfrequenz anhebt, den Blutdruck ansteigen lässt und kurzfristige Energie im Körper bereitstellt. Die Cortisol-Ausschüttung wird erhöht. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel und die Aufnahme von Glukose im Gehirn wird erhöht. Gleichzeitig führt der Anstieg von Cortisol zu einer Reduzierung aller Verdauungsprozesse. Immunantworten werden verändert bzw. reduziert, der Geschlechtsapparat wird heruntergefahren und Wachstums- und Reparaturfunktionen werden ebenso in den Hintergrund gestellt. Klar, dass dies nur ein vorübergehender Zustand sein darf. Wenn der Stress, und dabei ist es fast egal ob es sich um einen ereignisbasierten, physischen oder emotionalen Stress handelt, dauerhaft wird, bleiben wichtige Systeme abgeschaltet und die Wahrscheinlichkeit eines der folgenden Symptome zu erleiden erhöht sich dramatisch:

  • Angstzustände
  • Depression
  • Herz-/Kreislauferkrankungen
  • Schlafprobleme
  • Verdauungsprobleme
  • Gewichtszunahme
  • Gedächtnis und Konzentrationsprobleme

Ja, Du hast richtig gelesen. Praktisch alle Systeme des Körpers sind betroffen und die obige Liste ist keineswegs komplett. Wenn man sich alleine die Schlafprobleme herausnimmt, die wiederum eine Myriade von neuen Problemen mit sich bringen, wird schnell klar das Stress ein Killer ist. Daher ist Stress vermeiden bzw. Stress abbauen auch einer der grundlegendsten Biohacks. Keine andere Intervention außer ein verbesserter Schlaf hat einen so massiven Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden. Daher stellt ein gutes Stressmanagement einen der Grundpfeiler des Biohacking dar, auch wenn es auf den ersten Blick trivial wirkt. Aber wir brauchen uns wirklich nicht über Ernährung, Training oder Nahrungsergänzungsmittel zu unterhalten, wenn es noch am Schlaf hapert und wir chronisch gestresst sind.  

Wie kann ich Stress abbauen?

Ich möchte diesen Bereich in drei Kategorien aufteilen.

  • Den langfristigen Stress aus dem eignen Leben entfernen
  • Die Perspektive gegenüber unvermeidbaren, vermeintlichen Stressoren verändern
  • Proaktives Entspannen

 

Den langfristigen Stress aus dem eignen Leben entfernen

Wenn der emotionale Stress aus einer Partnerbeziehung hervorgeht, so gilt es sich der Sache anzunehmen. Hin zu mehr Kommunikation, eine gute Paarberatung oder auch eine friedliche Trennung sollten in Betracht gezogen werden. Der Punkt ist: Verharre nicht in einer Beziehung die dir dauerhaft Stress bereitet, ohne etwas daran zu ändern. Einem physischen Stress, wie ständigem Lärm aus der Wohn- oder Arbeitssituation kann auch begegnet werden, durch Wohnungswechsel oder Dämmmaßnahmen.  Schimmelpilze in der Wohnung können beispielsweise eine enorme gesundheitliche Belastung bedeuten und müssen professionell entfernt werden. Allerdings muss zunächst die Ursache gefunden und behoben werden.

Die Perspektive gegenüber unvermeidbaren, vermeintlichen Stressoren verändern

Nicht selten besteht der Stressor im emotionalen Bereich nicht in der Außenwelt, sondern in meiner Wahrnehmung, bzw. Interpretation einer Situation. Das Schlürfen der Suppe des Ehemanns ist kein objektiver Stressfaktor, aber es kann durchaus die ein oder andere Ehefrau in den Wahnsinn treiben. Hier können Techniken helfen die einen Perspektivenwechsel ermöglichen oder die eigenen Gedanken hinterfragen bzw. überprüfen. Ich denke dabei an Byron Katie´s „The Work“ oder Techniken aus dem NLP oder der Eriksonschen Hypnotherapie.

Proaktives Entspannen

 

Meditation

Entspannung durch MeditationWas früher noch eher esoterischen Kreisen zugerechnet wurde ist heutzutage absolut hoffähig geworden. Die Meditation. Es gibt kaum einen High Performer der nicht irgendeine Form der Meditation praktiziert. Firmen wie beispielsweise Google schulen ihre Mitarbeiter in Meditation, weil es sich am Ende des Tages für sie lohnt, weniger gestresste Mitarbeiter zu haben.  Anders ausgedrückt: Meditation ist wirtschaftlich und hat sich am Markt bewährt. Außerdem sind die Effekte für die Gesundheit enorm groß und wissenschaftlich anerkannt. Meditieren lernen kann praktisch jeder. Die Mindfulness Meditation ist beispielsweise reduziert Entzündung und Stress-Hormone im Körper. Es gibt hunderte Arten von Meditation. Die wichtigsten sind:

  • Mindfulness Meditation (Achtsamkeit)
  • Körperscan
  • Fokus basierte Meditation
  • TCM
  • Metta
  • Zen Meditation
  • Vipassana

 

Atmung

Es ist richtig, dass fast jede Meditation bewusstes Atmen beinhaltet. Ich will an dieser Stelle nur darauf hinweisen, dass das bewusste Atmen an sich bereits Stress abbaut und eine Vielzahl positiver Effekte für den Körper und den Geist hat. Beispielsweise dient die Nasenatmung der Aktivierung des Parasympathikus, was zur Entspannung führt. Atme tief durch die Nase ein und atme doppelt so lange durch die Nase wieder aus. Wiederhole das 30 Mal Bereits etwas so Einfaches, kann Dich aus großen Stressmomenten herausführen.

Wie Du noch heute Stress abbauen kannst

 

  1. Überlege ob Du einen chronischen Stressfaktor in deinem Leben hast.
  2. Was kannst Du noch heute tun um diesen Stressfaktor zu entschärfen bzw. aus deinem Leben zu verabschieden?
  3. Tue diesen ersten Schritt jetzt!
  4. Definiere den nächsten Schritt und schreibe ihn in deinen Kalender, sobald du ausreichend Zeit dafür hast.