Von Melatonin hast du vielleicht schon einmal als das Schlafhormon gehört. Es steuert unseren Tag-Nacht-Rhythmus und ist das Hormon, das uns abends müde werden und schlafen lässt. Doch Melatonin kann noch viel mehr als das und es gibt viele Faktoren, die es beeinflussen.

Nicht nur guter Schlaf hängt davon ab, sondern auch das Immunsystem und nachhaltige Gesundheit. Erfahre in diesem Beitrag alles, was du über Melatonin wissen solltest, und noch vieles mehr.

 

Was ist Melatonin?

Melatonin ist ein Schlafhormon. Es gibt Hormone, die uns früh wach und aktiv werden lassen, wie Cortisol. Der natürliche Gegenspieler von Cortisol ist Melatonin. Dieses Hormon regelt, wann wir müde werden, schlafen und uns regenerieren. Wird es gebildet, ist biologisch gesehen „Schlafenszeit“.

Melatonin wird in der Zirbeldrüse (Epiphyse) – einem Teil des Zwischenhirns – aus Serotonin produziert. Von Zellen, die man Pinealozyten nennt. Über die Zirbeldrüse reden wir gleich.

Nicht nur Menschen bilden dieses Hormon, sondern auch Pflanzen, Säugetiere und niedere Lebewesen. In niederen Lebensformen hat Melatonin die Wirkung eines Antioxidans, es schützt den Körper vor freien Radikalen, schädlichen Stoffen und chronischen Entzündungen.

Das ist auch bei uns Menschen die grundlegende Eigenschaft dieses Hormon. Dass es auch den Tag-Nacht-Rhythmus steuert, kam wahrscheinlich erst später in der Evolution hinzu. Das zeigt, wie wichtig Melatonin allein schon als Antioxidans ist.

Junge Menschen bilden etwa 300-400 % mehr Melatonin als ältere Menschen (1). Junge Menschen müssen mehr schlafen, sich mehr regenerieren, lernen im Schlaf und haben noch kein voll ausgebildetes Immunsystem. Im Alter lässt die Produktion nach, was auch ein Grund dafür ist, warum wir altern, uns immer schlechter regenerieren und die Zellaktivität im ganzen Körper nachlässt.

Denn auch die Aktivität der Stammzellen hängt von Melatonin ab.

Melatonin Alter

Die Bildung des Schlafhormons ist in jungen Jahren besonders hoch und lässt dann stark nach (1).

 

Die Zirbeldrüse – Mystik pur

Melatonin wird in der Zirbeldrüse gebildet. Die Zirbeldrüse ist eine kleine Drüse, die fast exakt in der Mitte des Kopfes liegt, zwischen Thalamus und Hypothalamus.

Seit dem Altertum umgibt diese Drüse ein Hauch von Mystik. Bereits die alten Ägypter wussten um die Existenz der Zirbeldrüse, doch auch in alten Mayakulturen, in der chinesischen Medizin und in der sibirischen Medizin spielte sie eine Rolle.

Man nahm im Altertum an, dass die Zirbeldrüse die Verbindung zwischen dem Diesseits und dem Jenseits ist… Dass der Körper mit ihr Kontakt zu anderen Dimensionen aufnehmen kann.

Im Buddhismus spricht man vom dritten Auge, in anderen Kulturkreisen vom Chakra. Das dritte Auge ist nichts anderes als die Fähigkeit der Zirbeldrüse, den Körper abzuscannen und den Fokus auf bestimmte Körperbereiche zu legen. Dieses „Abscannen“, was in vielen Meditationen genutzt wird, sorgt für ein besseres Körperbewusstsein und Regeneration. Nur wenige wissen, dass die Zirbeldrüse dahinter steckt.

Vor einigen 1000 Jahren war die Zirbeldrüse noch sehr viel größer als sie es heute ist. Aus Ausgrabungen weiß man, dass sie vor der Zeitenwende ein Volumen von etwa 3 cm³ hatte (2). Mittlerweile ist durchschnittliche Zirbeldrüse nur noch 0,5-1 cm³.

Warum wird sie immer kleiner? Wahrscheinlich, weil Körperbewusstsein und Meditation eine immer kleinere Rolle bei uns spielen. Zudem leben wir immer mehr nach unseren eigenen Regeln und weniger nach natürlichen Rhythmen, wie z.B. nach der Sonne.

Auch ist der Mensch seit 100 Jahren massiv mit elektromagnetischen Frequenzen in Kontakt – Frequenzen, die in der Natur nicht vorkommen. Diese Frequenzen greifen direkt die Zirbeldrüse an und haben wahrscheinlich an maßgeblichen einen Fluss darauf, dass sie mit der Zeit immer kleiner wird (2).

In tiefer Trance-Meditation wird die Zirbeldrüse aktiv.

 

Denn man weiß heute, dass die Zirbeldrüse das Gewebe im Körper mit dem mit der höchsten Konzentration an Magnetitkristallen ist (2). Dadurch hat die Zirbeldrüse ein eigenes Magnetfeld und spürt auch andere Magnetfelder, von anderen Menschen sowie dem Erdmagnetfeld. Aber das macht sie leider auch empfänglich für künstliche Magnetfelder und Frequenzen wie etwa Handystrahlen. Das zweitgrößte Magnetfeld im Körper übrigens das Herz.

Die Zirbeldrüse nimmt Informationen unserer Master-Clock auf, des SCN (Suprachiasmatischer Nucleus) und produziert dann angepasst das Schlafhormon Melatonin. Zusammen mit der Nebennierenrinde (Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol) wird so unser Tag-Nacht-Rhythmus gesteuert.

Seit wenigen Jahren ist auch bekannt, dass die Zirbeldrüse ein Hormon namens DMT bildet – Di-Methyl-Tryptamin. Und zwar, wenn wir a) eine Nahtoderfahrung haben oder b) beim Meditieren in tiefe Trance verfallen. Auch durch rituelle Zwecke, wie z.B. Magic Mushrooms oder eine Ayahuasca-Zeremonie wird DMT genutzt, jedoch von außen. DMT wird als „Gott-Molekül“ bezeichnet, da es eine tiefe Verbundenheit zwischen dem Menschen und seiner Umwelt auslöst. Auch die Nahtoderfahrung, noch einmal das gesamte Leben an einem vorbeiziehen zu sehen wie in einem Film, wird hauptsächlich auf DMT zurückgeführt. Dies kann durch geeignete Mittel auch außerhalb einer Nahtoderfahrung genutzt werden. Auch in der Traumatherapie könnte das wirkungsvoll sein, da tiefsitzende Traumata besser angegangen werden können. DMT wird aktuell sehr intensiv erforscht und könnte schon bald in der Palliativ- und Krebsmedizin genutzt werden, um Patienten Ängste zu nehmen.

Das von der Zirbeldrüse gebildete DMT ist auch als „Gott-Molekül“ oder „Spirit-Molekül“ bekannt.

 

Was wir von Mäusen lernen können

In den neunziger Jahren gab es eine sehr interessante Studie, die zeigt, wie wichtig Zirbeldrüse Melatonin auf unsere Gesundheit und Alterung sind (3):

Man nahm alte und junge Mäuse und tauschte ihre Zirbeldrüse aus. Durch eine Operation wurde den alten und den jungen Mäusen jeweils die Zirbeldrüse entnommen und einer jungen beziehungsweise alten Maus eingepflanzt.

Was dann passierte, war nichts weniger als spektakulär: Die jungen Mäusen mit der alten Zirbeldrüse alterten viel schneller und hatten eine deutlich geringere Lebenserwartung (etwa 550 Tage). Die alten Mäuse mit der jungen Zirbeldrüse hingegen verjüngten sich sowohl optisch als auch physiologisch und hatten eine fast doppelt so hohe Lebenserwartung (im Schnitt 1020 Tage) als die jüngeren Mäuse.

Diese Studie zeigt, wie wertvoll Melatonin zur Gesunderhaltung ist und was es bedeutet, wenn im Alter die Melatoninproduktion nachlässt.

 

Funktion und Wirkungen von Melatonin

Bei kaum einem anderen Thema kommen Mystik, Wissenschaft und Naturheilkunde so zusammen wie bei Melatonin. Doch welche Funktionen hat es biologisch gesehen im Körper, was passiert, wenn der Körper Melatonin bildet (4, 5)?

  • Müdigkeit: der Blutdruck sinkt, der Blutzucker sinkt, das Herz der Herzschlag verlangsamt sich. Man wird müde und geht in‘s Bett.
  • Tiefschlaf: je mehr Melatonin, desto tiefer schlafen wir. Im Tiefschlaf regenerieren sich besonders Muskeln, Knochen, Knorpel und Herzkreislaufsystem.
  • Kürzere Einschlafzeit: eine ausreichende Bildung des Hormons verkürzt die Einschlafzeit. Diverse Probleme mit dem Einschlafen hat (30-60 Minuten einschlafen Dauer), könnte ein Problem mit zu wenig Melatonin haben .
  • Jetlag: für Vielreisende bietet sich Melatonin an, um dem Jetlag entgegenzuwirken. Der Körper passt sich bei äußere Melatoningabe automatisch an den neuen Rhythmus an.
  • Verbesserte Schlafqualität: mehr Melatonin bedeutet eine bessere Schlafqualität. Dazu gibt es ausreichend Studien, um das zu behaupten (6).
  • Wachstumshormon: im Tiefschlaf bildet der Körper besonders viel Wachstumshormon, was zur Regeneration des Körpers, Erhaltung der Stammzellen und zur Fettverbrennung wichtig ist.:
  • Stammzellen: Unsere Stammzellen sind unser Jungbrunnen. Sie regenerieren uns, ersetzen alte durch junge Zellen. Guter Schlaf und besonders unser Schlafhormon regen Stammzellen an (2). Nur wenige Stoffe können das.
  • Antioxidation: Melatonin selbst gehört zu den stärksten Antioxidantien in der Natur, regt aber auch die antioxidativ Kräfte unseres Körpers an: über biochemische Signalwege werden Entzündungen gehemmt und die Bildung von Antioxidantien (Katalase, SOD, Glutathion) drastisch erhöht.
  • Autophagie: nachts ist der ideale Zeitpunkt für Autophagie – dabei werden alte Zellen abgebaut und durch neue ersetzt, das Immunsystem geht auf Jagd nach infizierten Zellen und Tumorzellen, und die Entgiftung wird angeregt.
  • Schutz vor Schwermetallen: Melatonin verhindert zwar nicht die Einlagerung von Schwermetallen in den Körper, schützt uns aber vor den schädlichen Auswirkungen von Schwermetallen. Besonders bei neurodegenerativen Erkrankungen ist das wichtig (7).
  • Membranpotenzial: Melatonin hilft dabei, das Membranpotenzial unserer Körperzellen zu erhalten. Membranpotenzial ist eine elektrische Spannung, die jeder einzelne Zelle braucht, um ihre Form und Funktion zu erhalten. Das ist besonders wichtig, um das Immunsystem fit zu halten und Krebs vorzubeugen.
  • Immunsystem: viele Immunzellen werden nachts gebildet. Ohne ausreichend Melatonin ist die Funktion des Immunsystems eingeschränkt (8). Dann drohen nicht nur chronische Infektionen oder wiederkehrende Infektionen, sondern auch Autoimmunerkrankungen und sogar Krebs.
  • Anregung des Haarwuchses
  • Prophylaxe der Migräne (9)

Zusammenfassend könnte man sagen, dass das Schlafhormon das Altern verlangsamt, den Körper jung und fit hält, das Immunsystem trainiert und Regeneration ermöglicht.

Eine ganze Menge für so ein kleines und unschuldiges Hormon. Sehen wir uns daher genauer an, wie Melatonin gebildet wird und wie wir da vielleicht nachhelfen könnten:

 

Synthese von Melatonin

Wie wird Melatonin gebildet? Wie ausreichende Bildung müssen in erster Linie ausreichend Bausteine vorhanden sein. Fehlen wichtige Mikronährstoffe, fehlt doch das Hormon. Relativ simpel (10):

  • Ausgangspunkt ist Tryptophan. Aus dieser Aminosäure wird mithilfe von Folsäure (Vitamin B9) 5-Hydroxy-Tryptophan gebildet (5-HTP)
  • mithilfe von Vitamin B6 wird daraus das Glückshormon Serotonin
  • Weiter geht es in der Zirbeldrüse: Durch Vitamin C, Zink und Magnesium bilden die Pinealozyten zum richtigen Zeitpunkt erst Acetyl-Serotonin, dann Melatonin.
  • Melatonin und seine Metaboliten (6-Hydroxymelatonin, 6-Sulfatoxymelatonin, 5-Hydroxy-Tryptamin) (11) führen dann die wertvollen Aufgaben und Wirkungen durch.

Zusammengefasst: ausreichend Tryptophan (Essenzielle Aminosäuren), Vitamin C, Zink, Magnesium und B-Vitamine müssen vorhanden sein. Das ist ein Grund, warum genannte Nährstoffe wichtig in der Prävention von Depressionen sind. Aber auch für ausreichende Bildung von Melatonin und somit für gesunden Schlaf und Regeneration.

Übrigens: eine gute Grundabsicherung, was Mikronährstoffe angeht, ist eine gesunde Ernährung und ein gut formuliertes Multivitaminpräparat. Ein Präparat, das ich dir an dieser Stelle empfehlen möchte, ist das 360 Vital*. Es gehört zu den ausgeklügelten Multivitaminpräparaten auf dem Markt, und ich durfte an der Erstellung mitwirken. Bestellen kannst du dir das 360 Vital hier.*

 

Melatonin erhöhen – Praxistipps für den Alltag

An dieser Stelle sollte klar sein, wie wichtig Melatonin für die Gesundheit ist. Eine ausreichende Bildung abends und nachts ist absolut entscheidend für unsere Lebensqualität, Regeneration, Immunsystem und mehr. Wie können wir also aktiv Melatonin erhöhen?

  • Mikronährstoffe: ausreichend Protein, Vitamin C, Magnesium, Zink, B-Vitamine müssen vorhanden sein, um das Hormon zu bilden.
  • Frische Luft: je mehr Zeit wir tagsüber an der frischen Luft verbringen, desto mehr Melatonin bilden wir am Abend.
  • Gut und ausreichend schlafen: Grundvoraussetzung – das Hormon wird abends und nachts gebildet, und damit es ordentlich wirken kann, sollten wir auch zur Ruhe kommen und schlafen. Dadurch ergibt sich auch ein Feedback-Mechanismus, was die Bildung des Hormons wiederum verstärkt.
  • Licht am Vormittag: blaues Licht am Vormittag und Mittag, idealerweise durch die Sonne, erhöht die Bildung von Serotonin, was wiederum die Bildung von Melatonin am Abend verstärkt.
  • Rötliches Licht: rötliches Licht am Abend wirkt sich auch positiv aus. Durch einen Blaulichtblocker auf elektronischen Unterhaltungsmedien, Glühbirnen mit warmem Licht und auch Lagerfeuer.
  • Entspannung: ohne Entspannung kein Schlaf.
  • Erden: wer sich tagsüber und besonders nachts beim Schlafen erdet (zum Beispiel durch eine Erdungsmatte), senkt aktiv seinen Cortisolspiegel und erhöht die Bildung von Melatonin.
  • Kräuter und Vitalpilze: Reishi, Löwenmähne, Hopfen, Passionsblume, Lavendel, Baldrian, Kamille und Honig erhöhen die Bildung des Schlafhormons und wirken sich positiv auf den Schlaf aus.
  • Melatonin-Milch: es gibt auch Milch von Kühen, die ausschließlich abends und nachts gemolken werden und damit sehr viel Melatonin enthalten. Diese Milch ist im Handel nur schwer erhältlich und sehr teuer … ich wollte es dennoch erwähnen, wobei es eher in die Kategorie Fun-Facts gehört.
  • Melatonin ergänzen: Melatonin kann mittlerweile auch als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Dieser Schritt kann in Erwägung gezogen werden, wenn alle anderen Punkte nicht zielführend waren.

Melatonin erhöhen durch eine gesunde und natürliche Lebensführung. Das würde es zusammenfassen. Je näher wir unserem natürlichen Selbst als Mensch entsprechen, natürlich leben, viel an der frischen Luft und in der Sonne sind, uns gesund ernähren, ausreichend mit Mikronährstoffen versorgen und mit einigen Superfoods nachhelfen, desto besser.

Dies wiederholt sich in den verschiedenen Beiträgen und Podcast-Episoden auf Bio360 – es kommt immer auf die selben Faktoren zurück.

Sehen wir uns nun an, was die Melatoninbildung am Abend stört:

 

Was stört die Melatonin Bildung am Abend?

Cortisol ist der wichtigste Gegenspieler. Die meisten der folgenden Punkte zielen darauf ab, Cortisol zu senken und damit alles, was die Melatoninbildung stört:

  • Stress
  • Licht mit hohem Blaulichtanteil: Handys, Fernseher, PC, Tablets – wenn du sie abends benutzen musst, installiere am besten einen Blaulichtblocker wie f.lux.
  • Intensiver Sport am Abend
  • Große Mahlzeit nach 20:00 Uhr
  • Gestörter Tag-Nacht-Rhythmus
  • Oxidativer Stress durch eine ungesunde Ernährung und Mikronährstoffmangel
  • Fluor aus verarbeiteten Lebensmitteln und Zahnpasta findet die Aufnahme von Nährstoffen in die Zirbeldrüse
  • Koffein am Abend – manche vertragen Kaffee am Abend, manche weniger. Allgemein sollte die Empfehlung sein, abends keinen Kaffee zu trinken.
  • Strahlung: WLAN, Handys, Mikrowellen, Radiowellen und andere EMF (Elektromagnetische Felder, die nicht natürlich sind, wirken direkt auf die Zirbeldrüse und hemmen die Bildung von Melatonin) (12).

Mit diesem Wissen kannst du nun eigentlich losziehen und deine körpereigene Melatoninproduktion optimieren. Dies wird sicher viele Bereiche deines Lebens positiv auswirken, nicht auf den Schlaf.

Einige Lebensmittel enthalten zudem nennenswerte Mengen des Schlafhormons, worauf wir auch kurz eingehen könnten:

Melatonin Sonnenuntergang rotes Licht Bio360

Natürliche Rhythmen wie Sonnenauf- und -untergänge sind eine wichtige Grundlage zur Bildung des Schlafhormons.

Melatonin in Lebensmitteln

Einige Lebensmittel enthalten signifikante Mengen des Hormons. Es ist eine gute Ergänzung, jedoch sollst du jetzt nicht deine gesamte Ernährung darauf umstellen, Melatonin über die Ernährung aufzunehmen. Danach hat sich Studien gezeigt, dass es sich positiv auf die Schlafqualität auswirkt, Lebensmittel mit viel Melatonin zu essen (13):

Lebensmittel – Melatonin-Gehalt

  • Cranberry, getrocknet – 2.500–9.600 µg/100 g
  • Edel-Reizker, getrocknet – 1.290 µg/100 g
  • Gemeiner Steinpilz, getrocknet – 680 µg/100 g
  • Zucht-Champignon, getrocknet – 430–640 µg/100 g
  • Mais, getrocknet – 1–203 µg/100 g
  • Linsen-Keimlinge, getrocknet – 109 µg/100 g
  • Kidneybohnen-Keimlinge, getrocknet – 52,9 µg/100 g
  • Reis, getrocknet – 0–26,4 µg/100 g
  • Tomate, getrocknet – 25,0 µg/100 g
  • Senfsamen, getrocknet – 12,9–18,9 µg/100 g
  • Wein – 0–13,0 µg/100 ml
  • Weizen – 12,5 µg/100 g
  • Paprika, getrocknet – 9,3 µg/100 g
  • Hafer – 0–9,1 µg/100 g
  • Gerste – 0–8,2 µg/100 g
  • Lachs – 0,37 µg/100 g
  • Eier, roh – 0,15 µg/100 g
  • Pistazien – 50-300 ng/ 100 g
  • Kuhmilch – 0–0,4 ng/100 ml

Auch erwähnenswert: die Gabe eines Nahrungsergänzungsmittels.

 

Melatonin als Nahrungsergänzungsmittel

Für die meisten Menschen ist es zielführend, die körpereigene Melatoninproduktion mit oben genannten Tipps und Tricks zu erhöhen. Wenn diese Faktoren nicht zum gewünschten Erfolg führen, kann eine Nahrungsergänzung sinnvoll sein. Auch bei bestimmten Erkrankungen (im Anschluss) kann eine Nahrungsergänzung helfen.

Melatonin ist erst seit kurzem in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen. Die tägliche Dosis ist jedoch gesetzlich auf 1 mg als Obergrenze festgelegt. Es ist ausschließlich zugelassen, um die Auswirkungen von Jetlag auszugleichen.

Fortschrittlicher geht es da schon in anderen Ländern zu, wie den USA. Hier gibt es keine gesetzliche Obergrenze. Empfohlen wird für Einsteiger eine Tagesdosis von 0,2-5 mg.

Es wird immer wieder vor möglichen Nebenwirkungen und unerwünschten Auswirkungen von Melatonin auf die Gesundheit gewarnt, besonders von Seiten der konventionellen Medizin. In Studien hat sich jedoch gezeigt, dass die Gabe von Melatonin fast frei von Nebenwirkungen ist, auch in sehr hoher Dosierung (bis in den Grammbereich).

Es ist ein Hormon, ja, aber die Einnahme gilt als relativ sicher und unerwünschte Nebenwirkungen sind nur sehr selten zu beobachten. Auch lässt die körpereigene Produktion nur vorübergehend nach, wenn es als Nahrungsergänzung genommen wird. Sobald es abgesetzt wird, stellt der Körper wieder normal Melatonin her.

Die Einnahme einer höheren Dosis (höher als 4 mg am Tag) sollte man auf in Zusammenarbeit mit einem Arzt erfolgen, die Dosis sollte dabei langsam gesteigert werden. Dies gilt besonders für ältere Menschen, bei chronischen Erkrankungen und bei Kindern. Bei falscher Handhabung kann Melatonin den Tag-Nacht-Rhythmus durcheinanderbringen und Tagesmüdigkeit auslösen.

Um das zu verhindern, wird empfohlen, mit einer geringen Dosierung von 1 bis 4 mg täglich zu starten, wobei 1 mg die in Deutschland gesetzlich zugelassene Höchstmenge ist.

Idealerweise wird die Nahrungsergänzung zu einem Zeitpunkt eingenommen, zu dem die körpereigene Produktion hoch ist, um 22 Uhr – oder 1-2 Stunden vor dem Zubettgehen.

Erfahrungsgemäß ist es besser, das Hormon nicht in dem Moment zu nehmen, in dem man ins Bett geht, sondern schon 1 bis 2 Stunden vorher. Dann wird auch die Tagesmüdigkeit als Nebenwirkung sehr unwahrscheinlich.

Sehr bequem einzunehmen sind sogenannte Melatoninsprays, bei denen das Melatonin in wässriger Lösung vorliegt und ein Sprühstoß 1 mg enthält.

 

Melatonin in der Krebsforschung und Palliativmedizin

Da es ein starkes Antioxidans ist, antitumoral wirkt und das Immunsystem stärkt, wird es in der Krebsforschung seit Jahren intensiv erforscht. Üblich sind Tagesdosen von 20-50 mg.

 Es hat sich gezeigt, dass Melatonin die Lebensqualität, die Immunfunktion und die Überlebensrate bei Krebs drastisch erhöht (14). So drastisch, wie es bisher nur von Vitamin D und Vitalpilz-Extrakten bekannt ist.

Auch während der Chemotherapie kann Melatonin gegeben werden und reduziert die Symptome der Chemotherapie deutlich.

Auch bei sehr fortgeschrittenem und metastasiertem Krebs ist eine Einnahme mit ärztlicher Hilfe sinnvoll und in Studien bereits sehr erfolgreich angewandt worden (15).

In einigen Fällen kann es Leben retten, in vielen anderen Fällen erhöht es die Lebensqualität und nimmt die Angst vor schlimmeren Konsequenzen. Daher wird es auch immer häufiger in der Palliativmedizin eingesetzt – verstärkt in den USA, immer häufiger auch in Deutschland.

 

Weitere mögliche Anwendungen

Melatonin erhöht die Regeneration und wirkt verjüngend auf den Körper. Das wird bei neurodegenerativen Erkrankungen vereinzelt bereits eingesetzt, mit teils hohem Erfolg. Gängig sind Dosierung von 100-300 mg täglich. Bei Alzheimer, Parkinson und al es wird es bereits eingesetzt, bei Multiple Sklerose wird aktuell diskutiert.

Die Lebenserwartung von Patienten kann mit einer hohen Melatoninkonzentration drastisch erhöht werden. Sind Schwermetalle oder andere Umweltgifte eine zentrale Ursache für die Neurodegeneration, schützt Melatonin den Körper vor den negativen Auswirkungen dieser Giftstoffe (16).

Nach Schlaganfall und Herzinfarkt können Sie eingesetzt werden, um die Regeneration von geschädigtem Gewebe zu fördern.

Es bleibt spannend und wird sich zeigen, inwiefern sich Melatonin in der regenerativen Medizin in den nächsten Jahren etablieren wird.

Erste Studien und klinische Erfahrungen sind sehr vielversprechend und es gibt nur wenige Stoffe, die so starke Prognosen und Erfolge aufweisen ließ Melatonin tut.

 

Melatonin als Anti-Aging Medizin?

Aus Tierstudien weiß man, dass Melatonin die Lebenserwartung erhöht. Besonders bei älteren Tieren kann die Gabe des Schlafhormons zu einer deutlichen Verjüngung führen.

Rechnet man die Ergebnisse aus Tierstudien (Mäuse, Ratten, Fadenwürmer) auf den Menschen um, prognostizieren Forscher eine für den Menschen um 17-25 Jahre höhere Lebenserwartung (bei ausreichender Melatoninbildung oder zusätzliche Melatoningabe im Alter). Aktuell ist das noch eine Träumerei, in einigen Jahren könnte es Realität werden: Melatonin in der Anti-Aging Medizin.

Ein Grund, warum wir alt werden, ist die nachlassende Produktion von Melatonin im Alter. In ersten Studien hat sich gezeigt, dass das Altern gebremst werden kann, wenn ausreichend Melatonin im Körper vorhanden ist.

Es bleibt spannend!

 

Fazit

Eigentlich nur ein unschuldiges Schlafhormon, aber tatsächlich verbirgt sich hinter Melatonin so viel mehr als das: Immunsystem, Herz-Kreislauf-Gesundheit, Regeneration, Stammzellen, inneres Auge … Es wird immer deutlicher, wie wichtig es ist, so zu leben, dass der Körper optimal Melatonin bilden kann. Und auch, wenn dies nicht 100-prozentig gewährleistet werden kann, kann eine Nahrungsergänzung zusätzlich Unterstützung bieten.

In der Medizin wird es immer häufiger eingesetzt und immer intensiver erforscht. Erste Studien sind sehr erfolgsversprechend und es bleibt abzuwarten, wie sich Melatonin im weiteren Verlauf der nächsten Jahre etabliert.

Wie sind deine Erfahrungen mit Melatonin? Habe ich etwas Wichtiges vergessen? Würdest du gerne etwas hinzufügen? Lass mir gern einen Kommentar da!

 

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