Heilpilze – Das magische Königreich

 

Wie Du mit Heilpilzen Dein Immunsystem, Konzentration, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden aufwerten kannst.

 

Eine Übersicht über die Welt der Heilpilze

 

Heilpilze werden in Ostasien seit Jahrtausenden als Vorbeugung und zur Linderung zahlreicher Krankheiten angewendet. Eine Reihe von wissenschaftlichen Studien belegt ihre durchschlagende Wirkung bei chronischen Beschwerden.

 

Ein gutes Dutzend dieser Vitalpilze wird derzeit für eine therapeutische Anwendung bei Naturheilverfahren herangezogen. Sie stabilisieren durch ihre adaptogene Wirkung das Immunsystem von Menschen und Tieren. Es stellt sich zunehmend heraus, dass die medizinischen Pilze sogar tumorhemmende, zellerneuernde und anti-inflammatorische Eigenschaften haben.

 

Je nachdem, welche Beschwerden vorliegen und welche Organe geschwächt sind, werden Heilpilze individuell verwendet. Sie wirken vor allem bei der Immuntherapie von Krebspatienten, bei entzündlichen Prozessen wie Allergien und chronischen Störungen des Magen-Darm-Traktes, sowie Hauterkrankungen.

 

Bei Beschwerden, die durch das metabolische Syndrom ausgelöst werden, wie Adipositas, Diabetes, Gicht oder Hypertonie kann die Einnahme zu einer deutlichen Linderung  verhelfen.

 

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die geläufigsten Heilpilze, ihrer Wirkweise und was bei der Anwendung zu beachten ist, um den bestmöglichen Erfolg bei der Anwendung zu erzielen.

 

 

Das wundersame Reich der Pilze

 

Gut ein Viertel der gesamten Biomasse unserer Erde besteht aus Pilzen. Auf der Erde gibt es etwa 140.000 Pilzarten, von denen nur ein Bruchteil genauer erforscht sind. Von mehrere Hundert Pilzarten wissen wir bislang, dass sie eine therapeutische Wirkung haben. So kommt es, dass Pilze in 40% aller pharmazeutischer Präparate enthalten sind.

 

Pilze bilden ein eigenes Reich der Lebewesen – die Eukaryoten. Sie zählen nicht, wie manch einer glauben mag, zur Pflanzenwelt.

 

Obwohl das Reich der Pilze für uns Menschen reichlich sonderbar erscheinen mag, sind wir näher mit ihnen verwandt, als viele von uns vermuten. 85% unserer RNA und die Hälfte unserer DNA ist identisch mit ihnen.

 

Eine wissenschaftliche Theorie stellt die These auf, dass Pilze sogar außerirdische Lebewesen sein könnten. Ihre Sporen überleben die harschen Bedingungen im Weltall und könnten mit einem Kometeneinschlag vor Millionen Jahren auf die Erde gelangt sein.

Seither gedeihen sie prächtig bei uns. Von Hefepilzen, Darmpilzen, Schimmelpilzen, schmackhaften Speisepilzen, psychoaktiven Magic Mushrooms bis hin zu höchst giftigen Pilzen: Die Bandbreite der Pilzarten, die Mutter Natur auf unserer Erde entstehen lassen hat, ist schier endlos.

Pilzsporen könnten mit einem Kometeneinschlag auf die Erde gelangt sein 

 

Was sind Heilpilze?

 

Dieser Artikel nimmt das faszinierende Reich der Heilpilze unter die Lupe. Seit Jahrtausenden gelten die medizinisch wirksamen Pilze als potentes Heilmittel. In Asien, vor allem in der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM), werden sie zur Bekämpfung von Krankheiten, zur Stärkung der Abwehrkräfte und für eine gesteigerte Leistungsfähigkeit, Konzentration und Wohlbefinden erfolgreich angewendet.

 

Auch in Mitteleuropa wurden einstmals Heilpilze als natürliches Arzneimittel herangezogen. Das Wissen aus den mitteleuropäischen Kräuterbüchern von Autoren wie Adam Lotzner, Hieronymus Bock oder Peter Melius geriet jedoch durch die Errungenschaften der modernen Pharmakologie zunehmend in Vergessenheit.

 

Die Behandlung mit Heilpilzen als klassisches Naturheilverfahren erlebt derzeit eine Renaissance. Hierzulande werden immer mehr Gesundheitsbewusste darauf aufmerksam, dass die Sporengewächse eine durchschlagende medizinische Wirkung haben.

 

Sie sind auch unter den Synonymen Medizinalpilze, medizinische Pilze, Gesundheitspilze oder Medicinal Mushrooms bekannt. Aus rechtlichen Gründen bezeichnen viele Hersteller ihre Produkte als “Vitalpilze”.  Die Anwendung von Medizinalpilzen zur Prävention oder unterstützenden Therapien ist in der Fachsprache der Naturheilkunde als Mykotherapie bekannt.

 

Heilpilze werden seit Jahrtausenden in der TCM verwendet 

 

Heilpilze und ihre Wirkung

Den Forschern sind bis dato rund 130 medizinische Wirkweisen (1) von Heilpilzen bekannt. Ihnen werden unter anderem antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften zugesprochen, da sie das Immunsystem stärken und die Ausbreitung von Freien Radikalen eindämmen. Hinzu kommen die antiviralen und antibakteriellen Eigenschaften.

 

Eine wachsende Zahl (2) von wissenschaftliche Studien untermauert, dass Heilpilze tatsächlich sehr wirkungsvoll sind, um das Immunsystem aufzubauen (3) und um Entzündungen einzudämmen.

 

Zudem können sie durch ihre adaptogene Wirkung das körperliche und seelische Gleichgewicht ausbalancieren. Bei chronischer Müdigkeit wirken Adaptogene stimulierend, bei hohem Stress beruhigend.

 

Medizinpilze sind ein wirksames Gegenmittel zur Bekämpfung einer Reihe von chronischen Beschwerden. Von Allergien, Alzheimer, Arthrose über chronische Erschöpfung, hohem Cholesterinspiegel, Diabetes bis hin zu Krebs: Viele Krankheitssymptome (4), auf welche die klassische Schulmedizin keine schlagkräftige Antwort hat, können durch die begleitende Einnahme von Vitalpilzen gelindert werden.

 

Einige Vitalpilze stärken das kardiovaskuläre System und können Herz-Kreislauf-Erkrankungen (5) entgegenwirken, die durch das metabolische Syndrom entstehen. Weitere wirken entgiftend und wiederum andere haben sogar eindeutig tumorhemmende Eigenschaften.

 

Auch bei Magen-Darm Erkrankungen wie Gastritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa bzw. dem Leaky-Gut Syndrom, die durch entzündliche Prozesse im Verdauungssystem hervorgerufen werden, sind Heilpilze ein probates Mittel um die Entstehungsursachen an der Wurzel anzugehen.

 

Heilpilze wirken vor allem bei chronischen Entzündungen

 

Es stellt sich immer mehr heraus, dass Heilpilze ein wirksames Mittel bei Krebstherapien sein kann und die unangenehmen Begleiterscheinungen einer Chemotherapie deutlich erträglicher machen.

 

In den USA und Asien werden einige aus den Medizinpilzen gewonnenen Wirkstoffe zur Standardtherapie bei Krebserkrankungen herangezogen. Die Lebensqualität und die Überlebenszeit von Krebspatienten kann so signifikant erhöht werden.

 

Heilende Wirkung durch Beta-Glucane und Triterpene

 

Warum die Gesundheitspilze so gesund sind, ist bis dato nicht vollständig erforscht. Nicht alle wissenschaftlichen Studien wollen die gesundheitsförderliche Wirkung von Medizinalpilzen eindeutig bestätigen.

 

Letztendlich ist es die Kombination von wertvollen Nährstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Ballaststoffen, essentiellen Aminosäuren und sekundären Inhaltsstoffen mit hoher Bioaktivität, die Heilpilze aus medizinischer Sicht so wertvoll machen.

 

Das Herausragende bei Heilpilzen ist ihre besondere Zusammenstellung der enthaltenen Beta-Glucane in den Polysacchariden. (6) Polysaccharide sind Mehrfachzucker, die sich aus einer Reihe von Einfachzuckern bzw. Monosacchariden herausbilden.

Die zahlreichen bioaktiven Polysaccharide (7) bzw. Polysaccharid-Protein-Komplexe in den medizinischen Pilzen scheinen die angeborene und zellvermittelnde Immunantwort der Menschen und Tiere zu verstärken und deuten zusätzlich auf eine krebshemmende Aktivität hin. (8)

 

 

 

 

 

Heilpilze enthalten viele Polysaccharide und Beta-Glucane

Sie greifen die Tumorzellen nicht unmittelbar an, sondern stimulieren die Produktion von Makrophagen und weiteren körpereigenen, anti-tumoralen Killerzellen.

 

Zudem setzten die Polysaccharide Botenstoffe wie Interleukine und Interferon frei, die dem Organismus die Informationen geben, um entartete Krebszellen zu erkennen und gezielt zu vernichten.  

 

Ein weiterer Wirkstoff, der in den Heilpilzen enthalten ist, sind die Triterpene, die für den typischen bitteren Geschmack verantwortlich sind. Sie haben eine anti-allergische Wirkung, da sie die Ausschüttung von Histaminen verhindern. Schwellungen, Rötungen und Juckreiz gehen spürbar zurück. Zudem regen die Triterpene den Stoffwechsel an, fördern die Durchblutung und regeln den Säure-Basen-Haushalt.

 

 

Eventuell gibt es noch eine Reihe von weiteren Wirkstoffen, die in den Medizinalpilzen enthalten sind und durch die Selbstheilungsprozesse in Gang gesetzt werden. Die Forscher sind dabei, aromatische Phenole, Proteine, Mineralien in den Heilpilzen auf ihre immunmodulatorische und antioxidative Wirkung zu untersuchen.

 

Gegen welche Krankheiten und Beschwerden helfen Medizinpilze?

 

Heilpilze werden vor allem in Ostasien – die ursprüngliche Heimat vieler Vitalpilze –  zur Behandlung verschiedener Krebsarten und anderer Krankheiten, sowie für ein gesteigertes Wohlbefinden eingesetzt.

 

Vor allem die entzündungshemmende Wirkung der Triterpene ist in dem Fokus der medizinischen Forschung gerückt. Heute wird es auch von der Schulmedizin anerkannt, dass komplexe entzündliche Prozesse zu einer Reihe von chronischen Krankheiten führen.

 

Je mehr die unterschwelligen Mikroentzündungen im Körper in Schach gehalten werden können, desto besser ist das allgemeine Wohlbefinden und der gesamte Gesundheitszustand.

 

Während der Mechanismus der krebshemmenden antitumoralen Auswirkungen von Heilpilzen immer noch nicht vollständig verstanden ist, ist die Stimulierung und Modulation des Immunsystems durch diese polysaccharidhaltigen bzw. triterpenhaltigen Pilzverbindungen im Detail erforscht.

 

Einige der Wirkstoffe in den Pilzverbindungen wurden klinischen Studien der Phasen I, II und III mit durchschlagenden Ergebnissen untersucht.

 

 

 

 

 

 

 

Hinzu kommt, dass den Medizinpilzen eine adaptogene Wirkung zugesprochen wird. Adaptogene unterstützen unseren Körper dabei, mit Stressfaktoren besser umzugehen, indem sie eine ausgleichende Funktion auf unseren Hormonhaushalt und Stoffwechsel haben. So kann der menschliche Organismus mit belastenden Situationen und negativen Umwelteinflüssen umgehen.

 

Pilzpulver, Pilzkapseln, Pilztees oder alkoholische Extrakte?

 

Die meisten Heilpilze wachsen in der Nähe oder auf Bäumen, was sie von klassischen Speisepilzen unterscheidet. Manche – wie der Shiitake, aber auch der Lion’s Mane und die Austernpilze sind ein schmackhafter Fleischersatz für Vegetarier mit bissfester Konsistenz.

Andere wie Reishi, Chaga oder Cordyceps sind von eher zäher Textur, schmecken holzig oder bitter. Sie werden daher vorzugsweise in verarbeiteter Form und nur selten als ganze, getrocknete oder frische Pilze angeboten.

Pulver, Kapseln oder als flüssiger Extrakt?

 

Im Handel findet man die Vitalpilze als loses Pulver in Beuteln, in Tablettenform oder Pilzextrakt in Kapseln. Hinzu kommen wässrige Lösungen und das Pilz-Tonikum, welche mit einer alkoholischen Flüssigkeit verarbeitet wird.

 

Das Pilzpulver entsteht durch die Zerkleinerung des getrockneten Pilzes und enthält alle wertvollen Nährstoffe. Deutlich wirksamer sind die flüssigen Extrakte, da sich in ihnen die Wirkstoffe in mehrfacher Konzentration entfalten. Mit etwas Grundwissen kann man jedoch auch aus dem Pilzpulver in Eigenregie ein hausgemachtes, potentes Extrakt herstellen.  

 

Je nach Zubereitungsform und Extraktionsmethode unterscheidet sich die heilende Wirkung der Vitalpilze erheblich. Da Heilpilze von Chitinen umhüllt sind, werden die wirksamen Beta-Glucane und Terpene weitgehend unverdaut ausgeschieden, wenn sie roh gegessen werden.

 

Die Beta-Glucane sind wasserlöslich. Nur wenn das Pilzpulver für einige Minuten in heißem Wasser aufgekocht wird, lösen sich die begehrten Wirkstoffe heraus.

 

Die Terpene entfalten ihr volles Wirkspektrum, wenn sie in Fett gelöst oder durch einen Alkoholextrakt herausgezogen werden. Bei Heilpilzen in Pulver- oder Kapselform lohnt es sich darauf zu achten, dass sie im Dualextrakt-Verfahren gewonnen werden. Hierbei werden sowohl die wasserlöslichen als auch die fettlöslichen Bestandteile bestmöglich herausgelöst.

 

Als vorbeugende Maßnahme kann ein aufgekochter Tee mit reinem Pilzpulver durchaus seine positive Wirkung entfalten. Wer jedoch die Heilpilze als unterstützende Begleittherapie einnimmt, um eine schwere Krankheit zu bewältigen, sollte an der Qualität nicht sparen und darauf achten, dass der Wirkstoffgehalt möglichst hoch ist.

 

 

Auf Qualität und hohen Wirkstoffgehalt sollte geachtet werden

 

Wie bei allen Heilpflanzen ist die Konzentration des biologischen Materials der Medizinpilze stark schwankend. In der Regel zahlt sich ein höherer Preis aus, da Heilpilze nicht leicht zu züchten sind und nur hochwertige Exemplare eine gute Wirkung erzielen. Hinzu kommt, dass Qualitätsprodukte weniger mit Schadstoffen belastet sein sollten.

 

Gerade bei Kauf von Heilpilzen gilt es mit Sachverstand eigene Nachforschungen zu betreiben, woher die Pilze kommen und wie hoch der Gehalt ihrer gesundheitsförderlichen Wirkstoffe ist.

 

Vor allem in China kann die Schadstoffbelastung in Böden und der Luft hoch sein. Wer bei der Qualität der Pilze Abstriche macht, kann sich mitunter mehr Schaden als Nutzen hinzufügen.

 

Im Idealfall legen die Hersteller Laboranalysen und Zertifikate bei, in denen bescheinigt ist, dass die Heilpilzextrakte keine Umweltgifte enthalten und reich an Beta-Glucanen bzw. Terpenen sind.

 

Qualitativ minderwertige Pilzpulver, Kapseln und Extrakte geben auf ihren Produktinformationen zuweilen an, dass in ihnen ganze Pilze verarbeitet wurden. Sie enthalten somit einen relativ hohen Anteil an Nährboden, auf dem der Pilz gedeiht, der jedoch keine heilende Wirkung hat.

 

Auf Zertifikate und Laboranalysen beim Kauf sollte geachtet werden 

 

Im Internet finden sich einige Quellen, welche die Heilwirkung der medizinischen Pilze kritisch in Frage stellen oder ablehnend gegenüberstehen. In einigen Studien konnten Probanden keine durchschlagende Wirkung feststellen, was daran liegen könnte, dass es keine verbindlichen Qualitätsstandards bei Heilpilzen gibt, oder eine zu schwache Dosierung bzw. eine wirkungsarme Zubereitung gewählt wurde.

 

In welcher Menge und wann sollte man Heilpilze einnehmen?

 

Heilpilze sind auch in größeren Mengen nicht toxisch und können nicht überdosiert werden. Im Gegensatz zu den psilocybinhaltigen “Magic Mushrooms bzw. “Zauberpilzen”, mit denen sie mitunter verwechselt werden, sind sie in keinster Weise halluzinogen.

 

Sie können daher von allen Altersgruppen und auch – nach Absprachen mit ihrem Arzt – von schwerkranken Patienten bedenkenlos eingenommen werden. In normalen Dosen genossen verursachen sie keine besonderen Nebenwirkungen.

 

In welcher Menge Medizinalpilze eingenommen werden sollten, um ihre optimale Wirkung zu entfalten, lässt sich nur schwer verallgemeinern. Dies ist unter anderem von der Qualität des Pilzes, der Extraktionsform den Stoffwechsel des Anwenders und Art der Beschwerde abhängig.

 

Als Richtlinie sind folgende Punkte bei der Anwendung zu beachten:

 

  • Eine normale Dosis bei vorbeugender Behandlung enthält 250 mg bis 1g Pilzextrakt
  • Täglich werden 1-2 Dosen eingenommen
  • Bei Krankheiten besser auf nüchternen Magen vor den Mahlzeiten eingenommen
  • Als vorbeugende Maßnahme auch zu den Mahlzeiten
  • Doppelextrakte können auch in niedrigeren Dosen angewendet werden
  • Einnahmedauer: max. 2 Monate – danach sollte man die Anwendung für mehrere Wochen absetzten  

 

Welche Heilpilze gibt es?

 

Es sind ein gutes Dutzend Heilpilze bekannt, die nachweislich einen positiven Effekt für unser physisches und mentales Wohlbefinden haben. Die Liste der Heilpilze umfasst folgende Vertreter:

 

  • Agaricus blazei (agaricus blazei murill auch Agaricus brasiliensis, ABM, Mandelpilz)
  • Auricularia (auricularia judae, Judasohr)
  • Austernpilz (Pleurotus ostreatus, Austernseitling)
  • Chaga  (innotus obliquus, Schiefer Schillerporling)
  • Cordyceps (cordyceps sinensis, chinesischer Raupenpilz und cordyceps militaris, Puppen-Kernkeule)
  • Coprinus (coprinus comatus, Schopftintling)
  • Coriolus (coriolus versicolor, trametes versicolor, Schmetterlings-Tramete)
  • Lion’s Mane (hericium erinaceus, Pom Pom, Igel-Stachelbart, Löwenmähne Affenkopfpilz)
  • Maitake (grifola frondosa, Klapperschwamm)
  • Polyporus (polyporus umbellatus)
  • Pleurotus (Pleurotus ostreatus, Austernpilz)
  • Reishi (Ganoderma lucidum, Glänzender Lackporling, Ling Zhi),
  • Shiitake (lat. Lentinus edodes auch Lentinula edodes)
  • Tremella (lat. Tremella fuciformis, Silberohr)
  • Zunderschwamm (lat. Fomes fomentarius)

Nicht alle Heilpilze sind lecker und schön anzusehen. Hier der Zunderschwamm. 

 

Die bekanntesten dieser Vitalpilze sind Reishi, Chaga, Cordyceps (Raupenpilz), Shiitake, Maitake, Coriolus und der Lion’s Mane (Igel-Stachelbart) auf die nachfolgend im Detail eingehen wird.

 

Per Definition zahlen die Heilpilze zu den Großpilzen. Einige Vertreter des Reishi-Pilzes können sagenhafte Ausmaße von bis zu 10 Kilo Gewicht und der Größe eines Regenschirms annehmen.

 

Das Penicillin, das aufgrund seiner mikroskopischen Größe streng genommen nicht zu den Heilpilzen zählt, ist der bekannteste Vertreter der Pilzarten mit antibiotischen Eigenschaften.

 

Auch der in grünem Tee gedeihende Kombucha-Pilz zählt, trotz seiner gesundheitsförderlichen Eigenschaften auf das Mikrobiom nach strikter Auslegung nicht zu den Heilpilzen. Dem Kombucha haben wir einen eigenen Beitrag und Podcast gewidmet, den Du hier abrufen kannst.

 

Shiitake – Der schmackhafte Heilpilz mit breitem Wirkspektrum

 

Der Shiitake-Pilz ist nach dem Champignon einer der beliebtesten Speisepilze. Er hat zudem eine breites Wirkspektrum als medizinischer Heilpilz. Shiitake aktiviert die T-Zellen und regt so das Immunsystem am. In der kalten Jahreszeit bietet er einen wirksamen Schutz gegen Infekte und Erkältungen.

 

Shiitake bringt das Mikrobiom der Darmflora wieder in sein natürliches Gleichgewicht und hat möglicherweise einen entgiftenden Effekt auf die Leber. Abschließende Studien, welche diese Vermutung bestätigen können, stehen noch aus.

Hinzu kommen seine tumorhemmenden Wirkungen, wobei bei Krebstherapien mit anderen Heilpilzen noch durchschlagende Ergebnisse erzielt werden können.

 

Reishi – Der “Pilz der Unsterblichkeit”

 

Der Reishi-Pilz ist einer der bekanntesten Vertreter der Heilpilze aus der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM). In China wird Ling Zhi, nicht zuletzt durch seiner zugesprochenen Eigenschaft für ein langes Leben zu sorgen, als Glücksbringer verehrt.

 

Hierzulande wird er mitunter als Glänzender Lackporling (Ganoderma lucidum) vermarktet, obwohl dieser mit den Reishi nicht identisch ist und eine geringere Heilwirkung hat.  

 

 

Reishi wachst auf Baumstämmen in dem Mischwäldern Ostasiens und ist für einen Heilpilz vergleichsweise hübsch anzusehen. Er hat allerdings ein zähes Fruchtfleisch, sowie einen holzigen Geschmack und besticht daher beileibe nicht durch seine Qualitäten als Speisepilz. Am besten lässt man das Pilzextrakt in einen Tee aufkochen oder wird als alkoholisches Tonikum eingenommen.

 

Reishi hat durch seinen hohen Gehalt an Triterpenen und Beta-Glucanen besonders wirkungsvolle entzündungshemmende, entgiftende und leberreinigende Eigenschaften. Bei der therapeutischen Anwendung des glücksbringenden Heilpilzes wird insbesondere auf eine Stärkung des gesamten Immunsystems gesetzt.

 

Reishi ist eine Allzweckwaffe gegen eine Reihe von entzündlichen Prozessen und damit in Verbindung stehenden Allergien, Diabetes, Magen-Darm und Demenzerkrankungen, sowie ebenfalls bei der Bekämpfung von Tumorzellen.  

 

Cordyceps – Der adaptogene Parasit für mehr Energie

 

Der Cordyceps ist ein wundersamer Parasit, der in den rauen Höhen des Himalayas auf bestimmten Mottenraupen gedeiht. Die harschen Umweltbedingungen führen dazu, dass Cordyceps eine hohe adaptogene Wirkung hat. (9)

 

Als Tonikum in alkoholischer Lösung aufgelöst wertet der Raupenpilz die Funktion der Mitochondrien – der Kraftwerke in unseren Zellen – deutlich auf. Anekdotischen Erfahrungsberichten zufolge sollen Spitzensportler, die Cordyceps einnahmen zu Höchstleistungen und Weltrekorden verholfen haben.

 

 

Für den Alltagsgebrauch eignet sich Cordyceps hervorragend, um das Energielevel, mentale und körperliche Ausdauer, sowie das Wohlbefinden zu steigern. Der merkwürdig aussehende Pilz kann durch seine herausragende adaptogene Wirkung Depressionen und Erschöpfungszustände lindern und zugleich Stresssymptome reduzieren.

 

Sogar als natürliches Potenzmittel soll Cordyceps wirken und die Libido erhöhen.  Die Produktion von Sexualhormonen könnte durch den Raupenpilz positiv beeinflusst werden.

 

Wie auch bei den anderen Heilpilzen reguliert dieser Pilz das Immunsystem, indem es die Produktion der weißen Blutkörperchen, der Makrophagen und der natürlichen Killerzellen gegen Krebszellen anregt.

 

Maitake – der wohlschmeckende Allrounder

 

Auch der Gemeine Klapperschwamm (Grifola frondosa), der in Japan auf den deutlich wohlklingenderen Namen Maitake hört, ist durchaus genießbar. Er wertet als Speisepilz gesunde Mahlzeiten auf. Dieser am Boden wachsende Porlings-Pilz ist ein weiterer Allrounder, der den Organismus auf mehreren Ebenen zur Regeneration verhilft.

 

Es hat sich herausgestellt, dass Maitake die Leber reinigt, Hepatitis bekämpft, sowie die Lunge, Bauchspeicheldrüse und Prostata in ihren Funktionen unterstützt. Da Maitake den Fettstoffwechsel anregt und den Cholesterinspiegel senkt, ist er ein wirksames Mittel gegen das metabolische Syndrom. Diabeteserkrankungen, Übergewicht und damit in Zusammenhang stehenden Folgeerkrankungen können somit entgegengewirkt werden.

 

Hinzu kommt seine anti-tumorale Wirkung. Die unangenehmen Begleiterscheinungen einer Chemotherapie wie chronische Erschöpfung, Müdigkeit und Infektanfälligkeit können durch Maitake spürbar reduziert werden.

 

Chaga – Wirkungsvolles Antioxidans, das die Darmflora saniert

 

Chaga – der Schiefe Schillerporling (Inonotus obliquus) wachst als Parasit vor allem auf Birkenstämmen in Sibirien. Auf den ersten Blick sieht er gar nicht aus wie ein klassischer Pilz, sondern gleicht aufgrund seiner wuchernden, braunschwarzen Masse auf der Außenseite einem unansehnlichen Teerklumpen.

 

Auch wenn Chaga keine Schönheit ist – in der russischen Heilkunde wird er schon seit vielen Jahrzehnten mit viel Erfolg vor allem bei Magen-Darm Krankheiten eingesetzt. Im Verdauungstrakt kann Chaga seine anti-inflammatorische Eigenschaften voll ausspielen.

 

Beschwerden die mit den entzündlichen Prozessen des Leaky-Gut Syndroms in Zusammenhang stehen, wie Gastritis, Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa gehen zurück. Selbst allergische Hautreaktionen wie Ekzeme oder Schuppenflechte können durch die Einnahme von Chaga deutlich abgeschwächt werden.

 

Chaga wirkt insgesamt regulierend auf das Mikrobiom im Darm, was wiederum eine maßgebliche Rolle bei der Stärkung des gesamten Immunsystems spielt. (10)

 

Die stärkende Wirkung auf das Immunsystem insgesamt führt zu einer Kettenreaktion weiterer positiver Effekte für das gesamte Wohlbefinden. Chronische Erschöpfungszustände gehen zurück, die körperliche und mentale Leistungsfähigkeit erhöht sich, der menschliche Organismus ist weniger anfällig für virale Infekte.

 

Die schwarze Färbung rührt von seinem hohem Melaningehalt. Zusammen mit dem hohen Betulingehalt, die Chaga aus der Birke zieht und ihm die orangefarbene Färbung des Fruchtfleisches verleiht, macht es zu einem wirkungsvollen Antioxidans, das Freie Radikale einfängt und Alterungsprozesse verlangsamt.

 

Chaga kann als Tee getrunken werden, die wertvollen Betuline lösen sich allerdings nur, wenn es als alkoholischer Extrakt verarbeitet wird.

 

Coriolus versicolor – Der Super-Pilz gegen Tumorerkrankungen

 

Der bunt schillernde Heilpilz Coriolus versicolor hat viele Namen. Man kennt ihn auch als Schmetterlingstramete, Bunte Tramete, Schmetterlingsporling, Turkey Tail oder Trametes versicolor.

 

Coriolus versicolor ist der wirkungsvollste Medizinpilz, der die Ausbreitung von Tumorzellen stoppen kann. Seine Wirkstoffe sorgen dafür, dass die Selbstzerstörung von Krebszellen in Gang gesetzt wird.

 

Als Begleittherapie nach einer kräftezehrenden Chemotherapie hat es durchschlagende Erfolge erzielen können. Coriolus wirkt stark entgiftend und leitet Schadstoffe wie Quecksilber, Blei oder Arsen aus.

 

Die Einnahme kann zu einer deutlichen Steigerung der Lebensqualität von Krebspatienten führen. Legendär sind anekdotische Erfahrungsberichte, nachdem auch fortgeschrittene Metastasen sich vollständig zurückgebildet haben. Der Ted-Talk von Paul Stamets ist ein eindrucksvolles Zeugnis der durchschlagenden Wirkung von  Coriolus versicolor bei Krebstherapien.

 

Lion’s Mane – schmackhafter Speisepilz mit nootropischen Eigenschaften

 

Für den Lion’s Mane (Hericium erinaceus) kursieren zahlreiche alternative Namen. Er ist auch unter den Bezeichnungen Löwenmähne, Igel-Stachelbart, Affenkopfpilz, Yamabushitake oder Pom-Pom bekannt.

Sein Aussehen gleicht einem wuscheligen Bart, der sich als Parasit auf alten Laubbäumen niedergelassen hat. Der Igel-Stachelbart gilt wegen seiner zarten Konsistenz und seinem fleischartigen Geschmack als Delikatesse, vor allem bei Vegetariern und Veganern.

 

Was den Heilpilz so besonders macht, ist seine neuroprotektive und neuroregenerative Wirkung. Die Lion’s Mane regt die Neubildung von Nervenzellen an, indem er stimulierend auf den NGF (Nerve Growth Factor) einwirkt. (11)

 

Auf diese Weise können Demenzerkrankungen wie Alzheimer. Parkinson und ALS vorgebeugt und entgegengewirkt werden. (12) Selbst bei Menschen die bislang keine Einbußen ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit haben, erhöht es die Konzentration, Merkfähigkeit und geistige Fitness. (13)

 

Die nootropische Wirkung des Heilpilzes Hericium ist von zahlreichen wissenschaftlichen Studien eindeutig belegt worden. In diesem Artikel findest Du übrigens mehr Informationen zu Nootropika, die ohne Nebenwirkungen die kognitive Leistungsfähigkeit erhöhen.

 

Zudem hat der Igel-Stachelbart ebenfalls eine schützende Wirkung für die Darmschleimhaut und lindert die Entzündungen bei einem Leaky-Gut Syndrom. (14) Das volle Wirkspektrum von Lion’s Mane zeigt sich ebenfalls erst, wenn es als alkoholisches Tonikum eingenommen wird.

 

Fazit – Heilpilze, ein natürliches Mittel für ein gestärktes Immunsystem

 

Dieser Artikel bietet einen ersten Überblick über die faszinierende Welt und Vielfalt der Wirkungsweise von Heilpilzen. Vitalpilze werden schon seit Jahrtausenden in der traditionellen Medizin in allen Regionen der Welt angewendet.

 

Die medizinische Forschung über die einzelnen Wirkmechanismen steckt noch in den Kinderschuhen. Bislang haben die klinischen Studien sehr erfreuliche Ergebnisse geliefert und können eindeutig belegen, dass sie das gesamte Immunsystem deutlich stärken können.

 

Auch wenn sich nicht alle Forscher einhelliger Meinung sind – zahlreiche Ergebnisse deuten darauf hin, das auch bislang schwer heilbare Krankheiten wie Krebs oder Demenzerkrankungen (15) erfolgreich in Griff gehalten und sogar rückgängig gemacht werden könnten.

 

Bei ernsthaften Erkrankungen sollte neben einem erfahrenen Mykotherapeuten stets ein Arzt oder Heilpraktiker herangezogen und nicht allein auf die zugesprochenen Heilkräfte der Vitalpilze vertraut werden.

 

Heilpilze sind kein “magisches Wundermittel”, können jedoch durchaus die Selbstheilungskräfte anregen und langfristige Beschwerden deutlich lindern.

 

Nicht nur zur Bekämpfung von chronischen Krankheiten, sondern auch zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens und der körperlichen bzw. kognitiven Leistungsfähigkeit können Heilpilze den menschlichen Organismus unterstützen.

 

Die adaptogene Wirkung, die den Pilzen zugesprochen wird, hilft dabei mit stressigen Situationen besser fertig zu werden, indem sie das seelische und körperliche Gleichgewicht austarieren.  

 

Da Heilpilze keinerlei Nebenwirkungen haben und auch in größeren Mengen nicht giftig oder psychoaktiv sind, können sie vorbeugend und therapiebegleitend ohne Bedenken eingenommen werden. Eine Überdosierung ist nicht möglich.

 

Um dem Körper vor einer Toleranzbildung gegenüber den Wirkstoffen den Heilpilzen zu schützen, sollte nach einer Einnahmedauer von einigen Wochen wieder abgesetzt werden.

 

Beim Kauf solltest Du auf eine gute Qualität, niedrige Schadstoffbelastung und hohen Wirkstoffgehalt der in den Pilzen enthaltenen Beta-Glucane und Terpentene achten. Vergesse dabei nicht, dass sie ihr volles Wirkspektrum oftmals nur dann entfalten, wenn sie in einer wässrigen und zugleich fetthaltigen Lösung aufgekocht werden.

 

Bei Pilzpulvern und Pilz Extrakten ist es empfehlenswert auf Doppelextrakte zurückzugreifen, die aufgrund des komplexen Herstellungsprozesses etwas höherpreisig sind.

 

 

 

1 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25179726

2 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3942920/

3 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18296732?dopt=Abstract

4 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12436306?dopt=Abstract

5  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20550954

6 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27596390

7 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28366857

8 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26210065

9 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29054740

10  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28197985

11 https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/0040403996016875

12 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29091526

13  https://www.liebertpub.com/doi/10.1089/jmf.2017.4006

14 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26853960

15  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28753972