Morgens gerade erst wach geworden und schon wieder müde? Müdigkeit kann viele Ursachen haben, die wir uns hier genauer anschauen möchten. Von leichten Erschöpfungen bis hin zu starken Symptomen – Schlafprobleme und Müdigkeit können die Lebensqualität stark beeinflussen. Wichtig ist daher die Ursachen zu kennen und mögliche Lösungen zu finden. In diesem Artikel erfährst du mehr zu diesem Thema.

Was ist Müdigkeit?

Sobald die Sonne untergeht, meldet sich bei uns die Müdigkeit. Sie signalisiert, dass es an der Zeit wird, dem Körper und dem Geist eine Pause zu gönnen. Wir haben scheinbar weniger Energie, Gähnen, können vielleicht sogar kaum noch die Augen aufhalten. In der Regel empfinden wir nur am Ende des Tages die klassische Müdigkeit, welche auch als Symptom für Erschöpfung zu sehen ist. Wenn diese Müdigkeit allerdings eher am Tag und zudem intensiver auftritt, dann kann es ein Zeichen für andere Ursachen sein. Vor allem, wenn wir ständig an Müdigkeit leiden und scheinbar „nie wach sind“, leidet nicht nur unsere Produktivität daran, sondern vor allem büßen wir an Lebensqualität ein.

Körperliche Müdigkeit und psychische Müdigkeit

Müdigkeit ist nicht gleich Müdigkeit! Wir unterscheiden hier die körperliche und die psychische Müdigkeit. Wir sprechen bei der körperlichen Müdigkeit beispielsweise von der Müdigkeit nach einer sportlichen Belastung. Arme und Beine fühlen sich schlapp an und am liebsten würden wir den ganzen Tag liegen und uns regenerieren. Ähnlich ist das auch bei der psychischen Müdigkeit. Diese kann vor allem nach einem langen Arbeitstag oder einer stressigen Prüfung auftreten. Die eine Art der Müdigkeit schließt die andere allerdings nicht aus, wir können uns auch körperlich und psychisch müde zur gleichen Zeit fühlen.

12 häufigsten Ursachen von Müdigkeit

Der erste Schritt die Müdigkeit in den Griff zu bekommen ist, die möglichen Ursachen näher unter die Lupe zu nehmen. Hier möchten wir dir die 12 häufigsten Ursachen aufzählen.
Schlechter, kurzer und/oder unregelmäßiger Schlaf
Ein zu kurzer, schlechter oder unregelmäßiger Schlaf ist die häufigste Ursache für Müdigkeit. Dies sorgt dafür, dass der Körper nicht die benötigte Ruhe und Regeneration bekommt, die er benötigt, um am nächsten Tag wieder fit zu sein. Im Idealfall bekommen wir rund 8 Stunden hochwertigen Schlaf pro Nacht – dies führt dazu, dass der Körper genug Stress abbauen kann und wir am Morgen energiegeladen aufwachen. Vor allem Schichtarbeit, aber auch diverse körperlich und mentale Krankheiten (wie Schlafapnoe), können zu Schlafstörungen führen. Bekommt der menschliche Körper über einen längeren Zeitraum zu wenig Schlaf, kann dies zu ernsthaften Erkrankungen führe.

Elektromagnetische Felder

Studien zu Folge sollen auch die sogenannten elektromagnetischen Felder sich negativ auf unseren Schlaf und unser Wohlbefinden auswirken. Diese Art der Strahlung lässt sich beispielsweise im WLAN, im Radio oder auch im Handy finden. Diese Frequenzen sollen die natürlichen Frequenzen des Menschen überlagern, durcheinander bringen und negativ beeinflussen.

Bewegungsmangel

Wenn wir an Bewegungsmangel leiden, dann zeigt sich dies in diversen Gebieten des Körpers, unter anderem dem Stoffwechsel und in den Knochen, sowie der Haut. Beispielsweise benötigt der Darm regelmäßige Bewegung, um die Verdauung anzuregen. Wichtig in Bezug zur Müdigkeit ist hierbei die Erkenntnis, dass durch regelmäßige Bewegung der Stoffwechsel unterstützt wird, welcher wiederum Giftstoffe aus dem Körper transportiert und den Körper mit Sauerstoff versorgt. Sollte es zu einem Bewegungsmangel kommen, rostet der Körper regelrecht ein und kann diese Funktionen nicht mehr voll und ganz verwenden.

Durchblutungsstörung

Wenn ein Mensch an Durchblutungsstörungen leidet, dann kann sich dies negativ auf, unter anderem den Sauerstofftransport durch das Blut in die Organe ausüben. Dies resultiert darin, dass beispielsweise Sauerstoff nicht mehr ideal durch den Körper befördert wird und die Organe sowie das Gehirn nicht optimal versorgt werden. Ein Symptom für eine Durchblutungsstörung ist hierbei die Müdigkeit.

Belastung durch Umweltgifte

Wenn wir an die Ursachen für Müdigkeit denken, dann stehen die Umweltgifte oftmals nicht auf der Liste. Wir denken nicht daran unser Umfeld ebenfalls zu berücksichtigen. Vor allem Menschen, die in einer Großstadt leben, sind täglich mit vielen Umweltgiften konfrontiert. Lösungsmittel, Kohlenwasserstoffe und Co. haben einen negativen Effekt auf unseren Körper und unser Wohlbefinden. Ein typisches Symptom hierfür ist auch die Müdigkeit.

Chronische Entzündungen und Krankheiten

Es gibt auch diverse Krankheiten und Entzündungen, die Schlafstörungen auslösen können, was dann in einer alltäglichen Müdigkeit resultiert. Das bekannteste Beispiel ist sicherlich die Schlafapnoe. Schlafapnoe ist eine Erkrankung, in der die betroffene Person im Schlaf an Atemaussetzern leidet. Dies hat vor allem etwas damit zu tun, da die Zunge einer Person mit Schlafapnoe die Atemwege blockiert. Die Folge ist: Die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn wird regelmäßig unterbrochen, sodass das Gehirn dem Körper signalisiert „Hey, hier stimmt etwas nicht“ und die betroffene Person wacht auf. Dies geschieht mehrmals pro Nacht und von Person zu Person unterschiedlich intensiv. Demnach erreicht ein Mensch mit Schlafapnoe nie die Tiefschlafphase und der Körper kann sich nicht ausreichend erholen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Menschen, die ihre Schlafapnoe nicht behandeln lassen, rund 10 Jahre kürzer leben. Falls du regelmäßig zum starken Schnarchen neigst und stetig aufwachst, ist es ratsam einen Arzt zurate zu ziehen.

Ungesunde und/oder einseitige Ernährung

Eine ungesunde genauer gesagt einseitige Ernährung kann ebenfalls Schlafstörungen und Müdigkeit hervorrufen. Vor allem der Eisenmangel und Eiweißmangel haben großen Einfluss auf unsere Müdigkeit. Eisenmangel zum Beispiel geht mit einem Mangel an roten Blutkörperchen einher und diese sind zuständig für den Sauerstofftransport. Demnach werden unsere Organe und unser Gehirn nicht mehr ideal mit Sauerstoff versorgt, was schließlich in Müdigkeit und Erschöpfung resultiert.

Stress und Unruhe

Unsere mentale Gesundheit hat großen Einfluss auf unsere Müdigkeit. Wer stetig unter Stress steht beansprucht Körper und Geist erheblich. Nicht nur das, denn Stress geht oftmals mit Unruhe einher, was sich dann in Schlafstörungen und Einschlafproblemen zeigen kann. Der Körper kommt nicht zur Ruhe und kann so auch den Stress nicht verarbeiten.

Schilddrüsenunterfunktion

Müdigkeit und Erschöpfung sind auch typische Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion. Bei dieser Krankheit produziert die Schilddrüse nicht ausreichend Hormone, sodass es langfristig zu einer Schilddrüsenunterfunktion kommt. Dies geht einher mit anderen Beschwerden wie Antriebslosigkeit, erhöhtes Bedürfnis zu schlafen und Gewichtszunahme. Hierbei bringt ein Bluttest vom Arzt Aufschluss, ob die Müdigkeit durch eine Schilddrüsenunterfunktion entstanden ist. Mit passenden Hormonpräparaten kann das Problem in den Griff bekommen werden.

Einsamkeit und Depression

Einsamkeit und Depression sind starke psychische Belastungen, die zu Beschwerden wie Müdigkeit und Schlafstörungen führen können. Der Körper steht ständig unter Stress und kann sich so nicht idealerweise Regenerieren.

Wassermangel

Wasser ist essenziell für unsere Gesundheit! Leidest du an Wassermangel, wirkt sich dies auf die allgemeine Gesundheit und auch die Funktionalität deiner Organe aus.

Unnatürliches Licht

Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr – Handylicht (jegliche elektronische Geräte mit einem Bildschirm) vor dem Schlafen soll die Qualität des Schlafes und auch der Prozess des Einschlafens stark verschlechtern.

Was du selbst gegen Müdigkeit tun kannst

Sei wachsam! Fakt ist, wir gewöhnen uns mit der Zeit an diese Müdigkeit, versuchen vielleicht sogar mit Koffein entgegenzuwirken und denken schließlich, es sei „normal“. So lernen wir mit diesen Beschwerden zu leben, doch kümmern uns nie aktiv um die Ursachen. Im schlimmsten Fall kann das Ignorieren der Warnsignale das Problem nur noch vergrößern. Aus einer alltäglichen Müdigkeit kann auf Dauer und durch den Mangel an Ruhephasen eine chronische Müdigkeit bis hin zum Burnout entstehen.

Wenn du diesen Punkt erreichst, helfen leichte Umstellungen im Alltag nicht mehr ausreichend, sondern dann benötigst du die Unterstützung durch Medikamente oder einer Therapie. Es ist eine ernst zu nehmende Krankheit, die nicht unter den Teppich geschoben werden sollte.

5 Tipps zur Vorbeugung von Müdigkeit

Vielleicht hast du nach dem Lesen der Ursachen schon ein oder andere Problematiken erkannt, die du in deinem Leben vorfindest. Das Gute ist – Du kannst die Müdigkeit schnell in den Griff bekommen, wenn die Ursache(n) geklärt sind/ist. Du solltest nicht sofort auf Medikamente zurückgreifen, sondern erstmal eine Umstellung in deinem Leben zu unternehmen. Dazu möchten wir dir hier 5 Tipps geben, die du in deinem Leben implementieren kannst, um der Müdigkeit vorzubeugen.

Entwickel eine Abendroutine

Um schneller und besser einzuschlafen, ist es wichtig das richtige Ambiente zu schaffen und uns, sowie unseren Körper auf den Schlaf einzustimmen. Wichtig ist hierbei täglich zur gleichen Zeit schlafen zu gehen und die persönliche Routine zu finden. Sei es vor dem Schlafen gehen ein Buch zu lesen, zu meditieren oder die Kleidung für den nächsten Tag herauszugeben. Solche Routinen können helfen, den Körper und Geist auf den Schlaf einzustimmen. Verzichte jedoch auf elektronische Geräte, wie Handy, Tablet oder Laptop kurz vor dem Schlafen gehen. Das künstliche Licht ist alles andere als hilfreich.

Mache 3 bis 4 Mal Sport pro Woche

Sport ist ein wichtiger Faktor in unserem Leben und in unserer Gesundheit. Es hat viele Vorteile, die uns dabei helfen unsere Müdigkeit und Schlafstörungen in den Griff zu bekommen. Regelmäßiger Sport, hierbei reichen 30 Minuten Anstrengung, kann bereits helfen die Beschwerden in den Griff zu bekommen. Wir bringen unser Herz zum Schlagen, die Durchblutung wird angeregt, wir sind ausgeglichener und viele weitere Vorteile gehen mit der regelmäßigen Bewegung einher.

Achte auf eine ausgewogene Ernährung

Genauso wichtig wie der Sport ist auch die Ernährung. Eisenmangel beispielsweise gehört zu einer der Ursachen für Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Versuche dich ausgewogen zu ernähren oder setze auf die passenden Nahrungsergänzungsmittel. Hier empfehlen wir dir einen Bluttest beim Arzt zu machen. Dieser kann explizit feststellen, ob du an einem Eisenmangel leidet. Es gibt auch Menschen, die generell Probleme haben Eisen oder andere Vitamine und Mineralstoffe aufzunehmen, auch hier kann dir dein Arzt weiterhelfen.

Trinke genügend Wasser

Täglich ausreichend Wasser zu trinken ist sehr wichtig, um den Stoffwechsel in Gang zu halten. Aus diesem Grund empfehlen wir dir mindestens 2 Liter Wasser am Tag zu trinken. Im Sommer sollten es circa 500 Milliliter mehr sein. Wichtig ist auch zu verstehen, dass es diverse Getränke gibt wie Bier, Kaffee oder schwarzer Tee, welche dem Körper Wasser entziehen, achte daher darauf täglich genügend Wasser zu konsumieren.

Wende dich an einen Arzt

Solltest du stark an deiner Müdigkeit leiden und deine Beschwerden, sowie Schlafstörungen nicht in den Griff bekommen, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann dich individuell beraten und nach der konkreten Ursache suchen. Wie bereits erwähnt muss Müdigkeit nicht nur ein Resultat von schlechtem Schlaf sein, sondern kann ein Symptom für erhebliche Erkrankungen sein.

So bekommst du deine alltägliche Müdigkeit in den Griff

Du gähnst, du streckst dich, bekommst kaum deine Augen auf und leidest an Erschöpfung – dann bist du nicht alleine. In einer immer schneller werdenden Zeit werden unsere To-do-Listen länger und unsere Ruhephasen kürzer. Dies hat zur Folge, dass die Zahlen der Menschen die an Müdigkeit, chronischer Müdigkeit und Burnout leiden stetig steigen. Halte dir allerdings vor Augen – Du musst nicht einer dieser Menschen sein, denn du kannst aktiv etwas gegen deine Müdigkeit unternehmen.

In unserer Gesellschaft haben wir das „Müde sein“ normalisiert. Es gehört sogar zu den täglichen Gesprächen vieler Menschen dazu, sich gegenseitig zu berichten, wie müde man selbst ist. Es ist gefährlich solch ein Problem zu normalisieren und die tägliche Überforderung von Körper und Geist als Ansporn und Beweis für Produktivität zu sehen.

Wenn du dich, genauer gesagt deine Beschwerden in diesem Artikel wiederfinden könntest, hoffe ich, dir mit diesen Tipps weiterhelfen zu können, sodass auch du deine Müdigkeit in den Griff bekommst oder dieser vorbeugt. Wir müssen uns nicht mit der Müdigkeit und dem damit einhergehenden Beschwerden abfinden, vor allem wenn dies unsere Lebensqualität beeinträchtigt. Verändere auch du nun aktiv etwas an deinem Leben und lasse deinen Körper und Geist sich von der alltäglichen Belastung effektiv erholen.

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